Der Schmetterling des Monats

April 2021

Der Grüne Zipfelfalter wurde zum Falter des Monats April gewählt.

Grüner Zipfelfalter frisch geschlüpft 2020-04-09 (Foto: W. Düring)
Grüner Zipfelfalter frisch geschlüpft 2020-04-09 (Foto: W. Düring)

Wir beginnen unsere Vorstellung (aus der Feder von Wolfgang Düring - Schmetterlingsexperte des BUND Mainz-Bingen) mit dem Grünen Zipfelfalter.

 Einige werden sich bestimmt noch an seinen Bildervortrag vom 05. November 2019 im Oppenheimer Altenwohnheim erinnern. Unser Mitglied Jochen Eidel wird künftig bei der Bearbeitung und Vorbereitung des Falters des Monats mitwirken und dabei auch unseren regionalen Aspekt der NABU Gruppe Rhein-Selz mitbetrachten. Vielleicht können wir noch zwei weitere Mitglieder unserer NABU Gruppe zur Zuarbeit bewegen, um mit mehr Erkenntnissen arbeiten zu können.

 

 

 

Der Grüne Zipfelfalter

Autor: Wolfgang Düring Bingen, den 4. April 2021

 

Der BUND Rheinland-Pfalz gemeinsam mit dem BUND Mainz-Bingen und dem NABU Bingen e.V. wählten diesen einzigartigen grünen Frühlingsboten zum Schmetterling des Monats April, um auf seine Gefährdung aufmerksam zu machen.

 

Kurzporträt & Verbreitung

 

Der Grüne Zipfelfalter kommt mit nur noch geringen Populationsdichten in fast allen Naturräumen in Rheinland-Pfalz vor. Der Falter fliegt in Bingen auf dem Scharlachkopf, auf dem Dromersheimer Hörnchen und im Binger Wald. Auch in Rheinhessen, im Soonwald und im Hunsrück ist er zu finden.

Der Grüne Zipfelfalter ist ein Bewohner von strukturreichen, mit Büschen besetzten, halb offenen, naturnahen, nährstoffarmen, und warmen Biotopen. Verbraachte Südhänge, aber ebenso Wege vor Gebüschsäumen, mit Gebüschen besetzte Waldwiesen, Autobahnböschungen und Deichen zählen zu seinen Lebensräumen.

 

Er überwintert als Puppe und erscheint ab Anfang April. Der grüne Zipfelfalter fliegt in einer Generation pro Jahr. Seine Flugzeit endet oft bereits Mitte Juni.


Falterbeschreibung

 

Der Grüne Zipfelfalter ( Callophrys rubi) gehört zur Familie der Bläulinge.

Seine Flügelunterseiten sind grün. Er ist der einzige einheimische grüne Tagfalter. Die Oberseiten der Flügel sind graubraun. In der Regel sieht man den Falter mit zusammengeklappten Flügeln. Die Flügelränder sind braun. Auf den Hinterflügeln ist oft eine gestrichelte weiße Linie zu erkennen.

Die Männchen besetzen Reviere und kontrollieren diese von einem erhöhten Ansitz aus. Die Weibchen leben versteckt.

 

Gefährdung & Artenschutz

 

Der Grüne Zipfelfalter ist seit 2013 in Rheinland-Pfalz als Art der Vorwarnliste eingestuft.

Durch die Pflege und Offenhaltung von aufgegebenen Weinbergen mit Gebüschsäumen können dem Falter Lebensräume zur Verfügung gestellt werden. Auch breite Waldwege mit Saumstrukturen sind förderlich. Der Nutzungsaufgabe von halboffenen Lebensräumen des Falters sollte entgegengewirkt werden.

Im Garten wird man den Falter nur selten antreffen. Naturnahe Gärten mit Ginster und Kleearten, seinen Raupennahrungspflanzen, in der Nähe seiner Habitate, können ihn anlocken.

 

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2021-04 - Schmetterling des Monats
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Mai 2021

Der Schwalbenschwanz wurde zum Falter des Monats Mai gewählt.

Schwalbenschwanz (Papilio machaon) auf Sommerflieder (Foto: P. Britz)
Schwalbenschwanz (Papilio machaon) auf Sommerflieder (Foto: P. Britz)

 

Der BUND Rheinland-Pfalz gemeinsam mit dem BUND Mainz-Bingen, dem NABU Bingen und dem NABU Rhein-Selz stellt hier – nach dem Schmetterling des Monats April (dem Grünen Zipfelfalter) – zum zweiten Mal den Schmetterling des Monats vor.

 

Dieser wunderschöne und einzigartige Falter wurde auch deshalb gewählt, um auf seine Gefährdung aufmerksam zu machen.

 

Der Schwalbenschwanz

 

Autor: Wolfgang Düring, Bingen, unter Mitwirkung von Jochen Eidel, Oppenheim (E-Mail: jocheneidel@gmx.de)

 

Der wunderschöne Tagfalter aus der Familie der Ritterfalter hat als Puppe überwintert und schlüpft Ende April / Anfang Mai. Er ist jetzt von aufmerksamen Naturbeobachtern in naturnahen offenen Biotopen und beim Hilltopping auf Bergkuppen wie z. B. am Scharlachkopf in Bingen, am Wartturm in Nierstein, im „Paradies“ Oppenheim, sowie einer Reihe weiterer Stellen in unserem Landkreis Mainz-Bingen zu beobachten. Mit etwas Glück kann man im Sommer die Raupen an Möhren im Garten finden.

 

Kurzporträt & Verbreitung

 

Der Schwalbenschwanz kommt noch in fast allen Regionen von Rheinland-Pfalz vor. In den kühleren Regionen von Hunsrück, Soonwald, Eifel und Westerwald ist er seltener zu beobachten. In Rheinhessen und der Pfalz ist er dagegen regelmäßig anzutreffen.

 

Als Kulturfolger ist er eine Art, die in fast allen warmen Offenlandbiotopen (Äcker, Wiesen, Brachen, Gärten) vorkommt. Er überwintert als Puppe und erscheint ab Mitte April. So wurde ein Schwalbenschwanz-Pärchen am 30. April 2019 am Niersteiner Wartturm beim „Liebe machen ertappt“, s. Video auf YouTube: https://www.youtube.com/watch?v=CpqP1JwXxhM

 

Der Schwalbenschwanz lebt in zwei Generationen, selten erscheint auch eine partielle dritte Generation. Die Flugzeit endet Ende August.  

 

Falterbeschreibung

 

Der Schwalbenschwanz gehört zur Familie der Ritterfalter.

 

Die Grundfarbe ist weißgelb mit einem Muster aus schwarzgrauen Flecken. An den Rändern der Hinterflügel befinden sich eine Reihe blauer und zwei rote Punkte, sowie die schwalbenähnlichen Schwanzfortsätze.

 

 

 

Januar

Februar

März

April

Mai

Juni

Juli

August

September

Oktober

November

Dezember

Ei

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Raupe

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Puppe

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Falter

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Januar

Februar

März

April

Mai

Juni

Juli

August

September

Oktober

November

Dezember

 

 

Gefährdung & Artenschutz

 

Der Schwalbenschwanz ist in Rheinland-Pfalz als Art der Vorwarnliste eingestuft. Er gilt nach dem Bundesnaturschutzgesetz als „besonders geschützt“.

 

Im eigenen Garten kann man dem Falter leicht ein Refugium bieten. Durch das Anlegen eines sonnigen Beetes mit den Raupennahrungspflanzen südlich eines größeren Sommerflieders lockt man den Schwalbenschwanz in Gegenden, in denen er regelmäßig vorkommt, in den Garten und veranlasst ihn mit etwas Glück zur Eiablage. Als Raupennahrungspflanzen eigen sich Möhren, Fenchel und Dill. Die Pflanzen sollten, zum Zeitpunkt der Eiablage z.B. der zweiten Generation im Juli, noch sehr jung (10 cm hoch) sein und lückig stehen. An den zur Eiablage in Frage kommen Pflanzen, sollte es durch Reflexion der Sonneneinstrahlung am Boden, sehr warm werden. Zum Anlocken der Falter eigen sich auch Kartäusernelken, Dost, Lavendel oder Flockenblumen.

 

In der freien Landschaft sollte extensives Grünland unbedingt erhalten bleiben. Der Einsatz von Insektiziden und Pflanzenschutzmitteln im Gemüseanbau, besonders bei Möhren und Dill, sollte möglichst unterbleiben (Bio-Gemüseanbau!), oder zumindest reduziert werden.

 

In Naturschutzgebieten sollte bei der Mahd großer Flächen Mosaikpflege erste Wahl sein.

 

Weitere Infos:

 

https://www.bund-rlp.de/themen/tiere-pflanzen/schmetterlinge/artenportraets-der-tagfalter/#c3708

 

W. Düring, Tagfalter in Bingen und Umgebung                  Schwalbenschwanz (Papilio machaon)

 

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2021-05 - Schmetterling des Monats
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