Auch 2017 ein Uhujahr im Steinbruch

Alle Fotos: Paul Britz


Uhu brütet wieder im Steinbruch

Mai 2016: Ein wirklich gelungenes Foto der Uhu-Familie von unserem Aktiven Paul Britz
Mai 2016: Ein wirklich gelungenes Foto der Uhu-Familie von unserem Aktiven Paul Britz

Neues von den Uhus aus dem Steinbruch

Juni 2014: Glück und Geduld braucht es schon um die jungen Uhus beobachten zu können. Beides hatten wir - vor allem viel Glück und gutes optisches Werkzeug. Und das braucht man schon bei einer Entfernung von 100 - 200m Luftlinie.

Vor Wochen haben die jungen Eulen die Brutnische schon verlassen, halten sich aber immer noch in der Nähe auf. Sie erkunden ihre neue Welt, trainieren ihre Flügel durch häufiges Schlagen und bewegen sich hüpfend und auch schon mit ersten Flugversuchen durch die Gegend. Das ist schon sehr ulkig anzusehen. Bis in den September hinein werden sie noch von den Altvögeln betreut und lernen alles, was sie zum (Über-)Leben brauchen wie z. B. Beute zu schlagen. Wenn sie alles gelernt haben ziehen sie aus und suchen sich ein eigenes Revier. Wir wünschen ihnen alles Gute und ein schönes und langes Leben.

 

Rainer Ebling und Barbara Geiger


Uhu brütet wieder im Steinbruch

Uhu in der Brutnische März 2013
Uhu in der Brutnische März 2013

März 2013. Wie in den vergangenen acht Jahren brütet auch in diesem Jahr der Uhu wieder im Niersteiner Steinbruch. Der ca. 70 cm große Vogel sitzt bereits seit dem 24. März 2013 fest auf den Eiern. Ob er zwei oder fünf Eier gelegt hat, darüber hat das Nahrungsangebot im vergangenen Winter entschieden. Wenn es viele Mäuse oder Kaninchen gab, hat das Uhu-Weibchen  vier oder fünf Eier gelegt – gab es weniger, werden es wohl nur zwei Eier sein. Ende April werden wir es wissen, wenn die Jungen nach ca. 35 Tagen Brutdauer geschlüpft sind.

Nachdem der Uhu in Rheinland-Pfalz ausgerottet war, wurde er zwischen 1974 und 1994 wieder angesiedelt. Vor allem in der Eifel wurden gezüchtete Uhus ausgesetzt. Deren Nachkommen haben inzwischen viele Steinbrüche in Rheinland-Pfalz wieder besiedelt – so auch den Niersteiner Steinbruch. Auch wenn hier im letzten Jahr fünf junge Uhus groß wurden, ist die Art bei uns noch immer gefährdet. Fast 75% der jungen Uhus sterben in ihren ersten drei Lebensjahren.  Deshalb ist es besonders wichtig, diesen langjährig besetzten Brutplatz im Niersteiner Steinbruch zu erhalten. Würde er wegfallen, könnte die Art in der Verbandsgemeinde Nierstein-Oppenheim aussterben.


Der Niersteiner Steinbruch muss erhalten bleiben

Von der Uhu-Beobachtung am Sonntag, den 13. Mai 2012

Ein ausgewachsener Uhu (bubo bubo) in der Abendsonne im Niersteiner Steinbruch
Ein ausgewachsener Uhu (bubo bubo) in der Abendsonne im Niersteiner Steinbruch

Der Dyckerhoff-Steinbruch in Nierstein hat sich zu einem einzigartigen Rückzugsgebiet für viele besondere Arten entwickelt. Festgestellt wurden bisher

  • 5 Fledermausarten
  • 73 Vogelarten (51 brütend)
  • 103 Bienenarten
  • 15 Heuschreckenarten
  • 2 Ölkäferarten (nur zwei Standorte in RLP)
  • 34 Schneckenarten sowie
  • Feldhase, Reh, Fuchs, Dachs u.v.m.

Durch eine Straßenplanung ist dieses landes- und bundesweit bedeutsame Naturparadies jetzt akut gefährdet. Die B 420 soll auf einem 4 m hohen Damm durch den Steinbruch geführt werden. Dadurch würde u.a. der Lebensraum für den Uhu zerstört, der nur mit wenigen Brutpaaren in Rheinhessen vorkommt. Im Steinbruch gibt es 2012 sogar zwei Brutpaare, was die herausragende Bedeutung belegt.

3 junge Uhus in ihrer Felsnische im Niersteiner Steinbruch
3 junge Uhus in ihrer Felsnische im Niersteiner Steinbruch

Zusammen mit der Bürgerinitiative gegen den kleinen Ring kämpft die NABU-Gruppe Oppenheim und Umgebung für die Erhaltung des Steinbruchs. Statt auf einem Damm aufgeständert soll die neue Straße in einem Trog durch die schmalste Stelle des Steinbruchs geführt und mit einem Deckel versehen werden. In diesem Galerietunnel könnte der Eingriff minimiert und ein Kompromiss zwischen dem Naturschutz und dem Straßenbau geschaffen werden.

Ein weiterer ausgewachsener Uhu  im Niersteiner Steinbruch
Ein weiterer ausgewachsener Uhu im Niersteiner Steinbruch

Um die Bevölkerung von diesen Plänen zu überzeugen, haben beide Vereine zur Beobachtung der jungen Uhus eingeladen. Mit mehreren Spektiven konnten alle Interessierten die Uhus in ihrer Felsnische beobachten. Gleichzeitig wurde über die unverträgliche Straßenplanung und die Kompromisslösung informiert. Viele von den Uhus begeisterten Besucher kündigten sofort ihre Unterstützung beim Kampf gegen die Zerstörung des Steinbruchs an.

 

 

Zur ökologischen Bedeutung des Niersteiner Steinbruchs empfehlen wir auch diesen Beitrag aus dem Heimatjahrbuch des Kreises Mainz-Bingen (2009), S. 46-50:

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Ökologische Bedeutung des Niersteiner St
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