Eisvogel trifft Goldfisch

 

Direkt nach dem Hausbau war mir klar das wir uns auch einen Gartenteich anlegen erzählt Gunther Best. Neben meinem Interesse an Fischen wollte ich aber auch Zonen für andere Tierarten wie Vögel, Amphibien und Insekten schaffen.

 

So haben wir nun unser eigenes Feuchtbiotop und können von Wohnzimmer und Terrasse aus das Treiben im, am und rund um den Teich beobachten.

 

Ein neues Highlight in diesem Jahr ist der kontinuierliche Besuch eines Eisvogels, den ich nun auch dank eines guten Fotoapparats endlich einmal ablichten konnte.

Text u. Bilder : Gunther Best, Ludwigshöhe im November 2020

Geschichte der lokalen Wildvogelhilfe….

 

„Eigentlich“ wollte unser NABU-Aktiver Nikolaus Strupp vor Jahren „nur“ als Vogelschutzberater innerhalb der VG Rhein-Selz aktiv sein.

Da die VG-Verwaltung trotz seiner wiederholten Intervention aber noch immer keine Tierrettung organisiert, fungiert der Vogelschützer mehr und mehr auch als Ersthelfer für verwaiste und verletzte Wildvögel.

Im Idealfall werden diese Tiere dann für weitere Pflegemaßnahmen in geeignete Auffangstationen vermittelt.

Nicht selten sind es aber widrige Umstände, die dazu führen, dass er einzelne Patienten, Kleinvögel ebenso wie Greife, auch für die Langzeitpflege in Obhut nehmen muss.

Beispielhaft ist etwa, dass in den zunehmend heißen Sommermonaten junge Mauersegler und Schwalben noch flugunfähig die Nester verlassen, während in den bekannten Pflegestationen bereits die Kapazitätsgrenzen überschritten sind.

Erheblich verschärft wird die Gesamtsituation vor allem aber durch die Tatsache, dass der Bestand an Hauskatzen (bundesweit aktuell ca. 15 Millionen!) und damit auch die Zahl der Freigänger (= Jäger) gerade im ländlichen Raum weiterhin rasant wächst.

In der Folge muss sich unser NABU-Mann vermehrt um gefiederte Opfer kümmern, die nach Katzenkontakt (durch Zähne und/oder Krallen) bakteriell infiziert sind.

Eine Überlebenschance besteht dann nur noch, wenn die tierärztliche Versorgung mit geeigneten Antibiotika innerhalb weniger Stunden erfolgt.

Was hier besonders tragisch ist: Nicht selten sind Katzenbesitzer, die einen verletzten Beutevogel zur Pflege geben, vom schlechten Gewissen geleitet und verheimlichen daher zunächst den eindeutigen Katzenkontakt!

Derart betroffene Vögel zählen vielfach für mehr als 2 Wochen zu den akuten Pflegefällen!

 

So kam über die Jahre eine ganze Menge an Besonderheiten zusammen, die der NABU-Aktive erlebt hat. Gerade aus der „Langzeitbeziehung“ zu einzelnen Pfleglingen resultierten wohl die markantesten Erfahrungen.

So gehört es für Nikolaus schon fast zum Repertoire, wenn ihm ausgewachsene Falken oder Waldohreulen, die er als verwaiste Nestlinge aufnehmen musste, kurz vor deren Auswilderung im Flug eine Beute aus der Hand reißen oder eben mal auf seinem Kopf landen!

 

Viel bedeutsamer ist für ihn jedoch die bleibende „Freundschaft“ mit dem Niersteiner Schwanenpaar - eine Bindung, die vor nunmehr 8 Jahren durch ein „Notgelege“ am dortigen Rheinufer ihren Anfang nahm.

Was war geschehen?! Die damals frisch befruchtete Schwanfrau war höchst wahrscheinlich kurz vor der Eiablage aus ihrem Brutrevier vertrieben worden und mit entsprechendem „Eidruck“ samt Partner am Niersteiner Ufer gelandet. Dort wurde das Ei dann auf den blanken Steinen (!) abgelegt. Besorgte Passanten, die dies bemerkt hatten, meldeten sich hilfesuchend bei Nikolaus, der sich rasch mit geeignetem Nistmaterial auf den Weg machte.

Ganz eilig wurde eine provisorische Nestmulde geschaffen, die die werdenden Eltern akribisch ergänzten, um sie schließlich mit insgesamt 4 Eiern „zu schmücken“!

Nach ca. 30 Tagen war die Erwartung am Rheinufer natürlich groß und nicht wenige Passanten teilten dort die Elternfreuden. Über die Jahre waren manche Turbulenzen und zweimal sogar die drohende Überflutung durch Hochwasser mit handfestem Einsatz zu meistern.

Die Freundschaft des Vogelschützers mit dem Schwanenpaar gipfelt in den jüngeren Jahren darin, dass er im zeitigen März schon erwartet wird, wenn er mit einem Bottich voller Nistmaterial ankommt. Dieses wird dann jeweils an einer Stelle ausgebreitet, die vom Hochwasser nicht tangiert werden kann.

Im Frühjahr 2020 folgten die Schwaneneltern ihrem Helfer sogar vom Niersteiner Bahnhof bis zum nördlichen Ende der Promenaden-Parkplätze, als er wieder mit seinem Bottich kam!

 

 

Über all dem steht für den NABU-Mann aber die Erfahrung, die er vor einigen Jahren während der Langzeitpflege einer Sumpfohreule machte. Als das verletzte Tier zu ihm kam, lautete der tierärztliche Befund sehr ernüchternd: Komplizierter Abriss in der Schulter mit nur minimaler Aussicht auf Wiedererlangung der vollen, lautlosen Flugfähigkeit! Was darauf folgte, war die Unterbringung in der Voliere von Nikolaus, die nach ganzen neun Monaten (!) ihren unerwartet glücklichen Abschluss fand! Begünstigend war dabei gewiss, dass sich schon nach kurzer Zeit eine für den Vogel völlig angstfreie Sphäre ergeben hatte. Was aber für die Fachwelt am erstaunlichsten war und blieb: Bereits nach ca. 3 Wochen begann die Eule, mit einem bestimmten „Amsellaut“ zu antworten, wenn sie von Nikolaus derart „angesprochen“ wurde. Und mehr noch: Bei den nächtlichen Fütterungen „forderte“ das Tier schon sehr bald ganz offensiv eben diesen Dialog! Ja, so beschreibt der Vogelschützer die eindeutige Kontaktsuche eines gefiederten Patienten, der zunächst seine Abhängigkeit erkennt, um schon bald zu spüren, dass ihm hier nur Gutes widerfahren wird!

Und das Ende dieser Geschichte? Es dauerte von Oktober bis in den Mai, bis die Sumpfohreule durch immer kräftigere Flügelschläge signalisierte, dass sie nun mehr Platz braucht - und den bekam sie dann in einer größeren Voliere in der Rüdesheimer Adlerwarte. Dort waren es nur noch wenige Wochen, bis sich die neue Gastgeberin zu fürchten begann, weil der Vogel bei den Fütterungen plötzlich lautlos (!) neben ihr „in der Luft stand“ - das sehnlich erhoffte Ergebnis nach vielen bangen Monaten! Im Juni warteten dann 4 begeisterte Augenzeugen gespannt auf den Flug der Eule in die wiedergewonnene Freiheit. Dieses nachhaltig beeindruckende Ereignis fand damals in den weitläufigen Feuchtgebieten bei Rhein-Dürkheim statt.

 

Für alle Pflegenden in der Wildvogelhilfe bedeuten die hier angeführten Beispiele aus der Praxis ein Leben zwischen Sterbebegleitung und der Hoffnung auf gelingende Wiederauswilderungen!

 

Bei alldem darf auch nicht vergessen werden, dass die Versorgung von verletzten/verwaisten Wildvögeln mit artgerechter Nahrung nicht unerhebliche Gelder verschlingt! So hat sich unsere NABU-Gruppe mit Blick auf die letzten 5 Jahre mit mehr als € 1.000,-- an den Kosten für die Fütterung von Kleinvögeln mit Insekten unterschiedlichster Arten beteiligt. Da war es ein großer Glücksfall, dass Nikolaus über lange Jahre völlig kostenlos (unbehandelte!) Labormäuse für die Versorgung zahlreicher Greifvögel, Graureiher und Rabenvögel bekommen konnte. Doch eben diese „Quelle“ ist ganz plötzlich versiegt, sodass von nun an auch noch horrende Kosten für den Einkauf tiefgefrorener Mäuse und Hühnerküken entstehen! Das wird die Kasse unserer NABU-Gruppe zusätzlich und spürbar belasten!

 

Weitere Info´s dazu : siehe weiter unten...

... und ein Bericht von der jüngsten Spenderin!

 

Als nun das Problem wachsender Kosten für die Futtermittel-Beschaffung erstmals publiziert wurde, machte unser NABU-Aktiver überraschende Erfahrungen der ganz anderen Art. Da meldete sich gleich mal ein großzügiges Mitglied unserer Gruppe, um sich spontan und zweckgebunden mit einer Spende von € 300,-- zu solidarisieren.

 

Weitaus verblüffender und völlig außergewöhnlich war jedoch das Spendenangebot der zehnjährigen Lieke Engelhardt, die sich nach Vermittlung durch ihren Vater telefonisch bei Nikolaus meldete. Ihr Anliegen war es, eine zunächst unbekannte Geldsumme, die sie im Rahmen privater Flohmärkte vereinnahmt hatte, für einen guten Zweck ihrer Wahl spenden zu wollen. Und: Es sollte, nach reiflicher Abwägung, unbedingt (!) ein Beitrag zur Versorgung von Pflegevögeln sein! Von Nikolaus wissen wir, dass er sich recht schwer damit tat, dieser zutiefst menschlichen Erfahrung den angemessenen Umgang mit der jungen Spenderin folgen zu lassen! Und was dabei heraus kam? Man einigte sich darauf, den nächsten, notwendigen Einkauf von Futtertieren zur „gemeinsamen Sache“ zu machen, und somit den schnöden Akt einer Geldübergabe zu umgehen! So kam es denn zum Ausverkauf des gesamten Bestandes an tiefgefrorenen Mäusen, die in einem örtlichen Fachhandel gerade zu haben waren. Und wenn noch mehr auf Lager gewesen wäre, dann hätte es stramme € 100,-- kosten dürfen – alle Achtung! Auch dieses Erlebnis mit der jungen Lieke wird sich bei Nikolaus zu den ewigen Erinnerungen anhaften….

Foto und Erlaubnis zu Veröffentlichung : T.Engelhardt
Foto und Erlaubnis zu Veröffentlichung : T.Engelhardt

 

Es soll nicht unerwähnt bleiben, dass das jetzige Ereignis seine „tierische Vorgeschichte“ hat: Lieke war es nämlich, die vor einigen Jahren für einen Mauersegler-Findling die passende Pflegestelle suchte und sich dadurch die Bekanntschaft mit Nikolaus entwickelte. Nachdem der Vogel bei unserem NABU-Mann flugfähig geworden war, konnte Lieke ihm damals auf der Oppenheimer Festwiese (in Anwesenheit der Kinder des Naturkindergartens) die Freiheit schenken…. ein wahrlich „erhebendes Gefühl“ für alle Beteiligten!

Turmfalken in Eimsheim

Das Turmfalken gerne in besiedelten Gebieten auf Kirchtürmen, Masten oder Brückenpfeilern brüten

ist nicht ungewöhnlich.

Der Vogel des Jahres 2007 hat aber in Eimsheim bei Familie Metz-Fröhlich eine doch eher ungewöhnliche

Auswahl getroffen.

Dort brüten nun schon seit 3 Jahren die Turmfalken in den Blumenkästen der Familie Metz-Fröhlich im ersten Stock ihres Hauses.....

© Familie Metz-Fröhlich
© Familie Metz-Fröhlich

 

 

 

Ab dem Frühjahr wird dort einer der Kästen besetzt und 4 bis 5 Eier finden dort ihr sicheres Nest.

 

 

Die Familie Metz-Fröhlich versieht ihre Blumenkästen während der Aufzucht

der kleinen Turmfalken mit einer Umrandung, damit keiner der Jungvögel aus dem Nest fallen kann, bis die Jungvögel dann ausfliegen...


 

 

 

Natürlich kommt es bei dieser direkten

" Nachbarschaft " immer wieder zu Begegnungen mit den eigentlichen Bewohnern des Hauses.

Offensichtlich scheint dies die Turmfalken aber nicht zu stören, schließlich haben sie diesen Brutplatz nun schon das dritte Jahr in Folge gewählt.....


Weiterführende Links zum Thema Turmfalken :


Hab Falken im Garten

(Eine Fotogeschichte von P. Britz)

Nachdem in den letzten beiden Jahren die Waldohreulen bei uns erfolgreich gebrütet hatten, waren wir sehr gespannt wer wohl in diesem Jahr den Nistplatz in der Kiefer am Bleichweg erobern würde. 

Doch bis Anfang März tat sich nicht viel und so hatten wir schon die Befürchtung unser Nest würde unbesetzt bleiben. Dank des Logenplatzes von unserem Dachfenster aus,hatten wir ja jegliches Treiben dort bestens im Auge. Das Stativ mit Videokamera war schon installiert.

 Aber es war nicht mehr als nachts das „Singen der Säge“ (Waldohreule) zu vernehmen.

Ab Anfang April erkundete dann ein einsames Falkenmännchen (Turmfalke - (Falco tinnunculus)) lange und oft Nest und Umgebung. Kam aber jedes Mal ohne Partnerin wieder. Bis Mitte April.

Dann war es soweit. Ein Weibchen im Schlepptau, stellte er ihr die Auswahl für seinen Brutplatz vor. Nach mehrmaliger Inspektion desselben fand die Auserwählte auch Gefallen an dem Nest und seiner Lage. Und machte direkt ein Probeliegen.

 

Die letzten Tage im April wurden dann mit Verbesserungen am Nest; Hölzchen hierhin, Hölzchen dahin; gemeinsamen und getrennten Beutezügen sowie des Öfteren mit dem Vermehrungsritual verbracht. Was uns natürlich besonders freute, hatten wir damit doch auch tatsächlich Aussicht auf Falkennachwuchs direkt vor dem Fenster.

 Ab Ende April/Anfang Mai legte das Weibchen dann, wie sich später herausstellte, sechs Eier in das auserwählte Nest. In dem sie sich mit dem Männchen zunächst noch an den Eiern abwechselte. Dann aber die Aufnahme des Brutgeschäftes (nach dem Legen des letzten Eies) durch das Weibchen. Das Männchen übernahm die Fütterung der Partnerin. Und mit der Zeit kam etwas wie Tagesroutine auf.

 Nach knapp einem Monat wurde es immer unruhiger im Nest vis-à-vis und sicher war das erste Junge geschlüpft. Was wir aber natürlich nur erraten konnten. Doch so falsch konnten wir nicht liegen da die Brutzeit der Turmfalken im Schnitt bei 29 Tagen liegt. Gerechnet ab dem Legen des letzten Eies.

 Und so war es dann auch. Nach etwa einer Woche und anstrengenden Fütterungsprozessen war das erste Junge ab und zu schemenhaft zu erkennen. Ca. 14 Tage später waren dann alle Jungen geschlüpft und zu sehen. Und während die Größeren schon probierten Beute alleine aufzunehmen wurden die Kleinen noch in schnabelgerechten Portionen gefüttert.

Doch das Schicksal ereilte Mitte Juni während der Nacht die junge Brut im Falkennest.

Am Morgen fand ich fünf, wahrscheinlich von Marder oder Uhu getötete, Kadaver um ihren Nestbaum verteilt. Das sechste Junge war nicht zu finden und ich ging davon aus das es der nächtlichen Attacke als Beute zum Opfer gefallen war. Erst am Nachmittag kam ich dazu die toten Tiere zu beseitigen. Bei meiner grausigen Mission bemerkte ich dann etwas in den Ästen unserer Eibe hängen und stellte fest, dass ich das sechste Junge gefunden hatte. Glücklicherweise war es noch am Leben und nach einer intensiven Kontrolle auf äußere Verletzungen, welche negativ verlief, nahm der Kleine erst einmal auf meiner Hand platzt. Er hatte sichtlich Kohldampf und Durst. Von Wasser war er wenig angetan also tauten wir in aller Eile einige Stücke Hühnerleber auf, die er mit zunehmender Begeisterung aufnahm. 

So päppelten wir ihn, noch mit ein paar Mehlwürmern, bis zum nächsten Tag auf. Aber eigentlich sollte er ja ein Wildvogel bleiben. Also bemühten wir uns bei den im nahen und weiten Umkreis liegenden Greifvogelauffangstationen um Aufnahme für den kleinen Kerl. Leider vergebens! Denn alle Stationen waren schon restlos überfüllt mit Findlingen. Behalten konnten wir ihn auch nicht. Also haben wir uns hilfesuchend und um einen Tipp bittend an Siggi Schuch gewandt. Und so befestigten wir im Falkenbaum, so hoch wir eben kamen, eine große Wanne mit Papier ausgelegt. Dahinein wurde ein alter Osterkorb mit Kunstgras gestellt. Der kleine Falke on top. 

Skeptisch gingen wir auf Beobachtungsposten im Haus.

Der Kleine war sehr agil und fand seine neue Bleibe bald langweilig. Schon bald irrte er laut jammernd und wehklagend durch das umliegende Geäst.

 

Um doch immer wieder auf seinem neuen „Nest“ zu landen. Und der Ruf der Natur zeigte tatsächlich Wirkung. Obwohl wir die Elterntiere die letzten 48 Stunden nicht gesehen und gehört hatten schien sein Rufen nicht ihre Wirkung zu verfehlen. Zielstrebig fanden beide Alttiere ca. drei Stunden später gemeinsam das geschwisterlose Junge, beäugten argwöhnisch das „grüne Ding“ in dem es saß, fütterten ihn aber dennoch mit der mitgebrachten Beute. Siggi`s Tipp war für das Junge also Gold wert. Man akzeptierte das ungewohnte Nest.

 

Einige Wochen fütterten die Alttiere jetzt im Garten ein paar Etagen tiefer ihren verbliebenen Nachwuchs der rasch heranwuchs und seine Ästlingszeit auch bald zu ersten Flugversuchen nutzte.

Bald darauf verließen uns die Drei, nach noch anfänglichen Kurzbesuchen, endgültig. Eine interessante Zeit ging zu Ende.

Leider wird es unser vorläufig letztes Erlebnis dieser Art mit großen Wildvögeln sein, denn die Elstern und der Sturm im Herbst haben das Nest leider zerstört. Ein neues, künstliches Nest in dieser schwindelnden Höhe einzurichten ist uns leider nicht möglich und so sind wir voll gespannter Erwartung was wir die kommenden Jahre in unserem Garten noch alles erleben.

Wir freuen uns drauf und werden, falls möglich, gerne darüber berichten.

 

Fotos und Text: P. Britz


Wintergäste aus dem hohen Norden zu Gast

Bombycilla garrulus - Seidenschwanz
Bombycilla garrulus - Seidenschwanz

Eine Vogelbeobachtung der besonderen Art konnten Mitglieder der NABU-Gruppe Oppenheim Ende März 2013 vermelden: Im Oppenheimer Wäldchen waren 60 Seidenschwänze für einige Tage zu Gast.

Seidenschwänze leben im borealen Nadelwald im nördlichen Skandinavien und Sibirien. Dort ernähren sie sich im Winter von den Früchten der dort weit verbreiteten Eberesche. In Jahren, in denen die Ebereschen wenig Früchte tragen, ziehen die Seidenschwänze nach Süden. So vagabundieren sie manchmal durch Deutschland und suchen sich früchtetragende Sträucher, an denen sie sich satt fressen. Beeren von Liguster, Feuerdorn, Eberesche sind ebenso willkommene Nahrung, wie nicht geerntete Äpfel oder Birnen. Im Mittelalter traten solche Invasionen zeitgleich mit Pestepidemien auf, weshalb die Seidenschwänze auch Pestvögel genannt wurden.

In Oppenheim ernährten sich die Seidenschwänze vorwiegend von den Beeren der Misteln, die in großer Zahl an den Pappeln in Höhe der Kläranlage wachsen. Nach einigen Tagen Aufenthalt zogen die Vögel weiter – in Richtung ihrer 2.000 km entfernt liegenden Heimat.