Am Samstag, dem 25. August veranstaltete der NABU Rhein-Selz wieder eine Fledermaus-Nacht im Rahmen der European Batnight. Trotz unklarer Wetterverhältnisse und mehreren anderweitig stattfindenden Veranstaltungen war die Beteiligung sehr gut.

 

Diesmal hatten sich die Exkursionsleiter Marianne Bopp und Dr. Jürgen Fuchs ein neues Format überlegt. Der Beginn der Veranstaltung wurde auf 18.00 Uhr vorverlegt und die Teilnehmer trafen auch pünktlich am üblichen Treffpunkt, an dem Sportplatz in Ludwigshöhe, ein. Vor dem Aufspüren der Fledermäuse mit den Detektoren wurden verschiedene Spiele angeboten, die alle an das Leben der Fledermäuse angelehnt waren.  Zum Beispiel gab es eine „Schnitzeljagd 2.0“, wo auch das Handy zum Einsatz kam. Die Teilnehmer sollten eine Fledermaus-Art bestimmen, von der sie nur ein Foto gezeigt bekamen. Eine an sich unmögliche Aufgabe. Zur Lösung erhielten die Teilnehmer eine Adresse einer speziell für dieses Spiel erstellten Webseite, die einen Baum oder Strauch benannte, an dem jeweils ein Detail zur Lösung der Aufgabe sowie eine weitere Webadresse aufgeführt war. Jede Gruppe musste 5 Bäume oder Sträucher im Umfeld des Michelröder Sees finden. Mit Hilfe der fachkundigen Beratung durch Lothar Schaumberger konnten auch Pflanzen ausgewählt werden, wie zum Beispiel das Pfaffenhütchen oder die Wilde Mirabelle, die möglicherweise nicht jedem geläufig sind. Für die kleineren Kinder gab es eine „Echolot-Simulation“. Hier musste eine „Fledermaus“ mit verbundenen Augen ihr Futter auf Zuruf-Navigation der Mitspieler suchen. Zwei Gruppen von Kindern traten gegeneinander an. Auch ohne dies vorher ausdrücklich zu erwähnen erfassten die  Kinder sofort, daß wildes Gerufe und Umherlaufen zu nichts führt. Im Gegenteil, trotz der großen Begeisterung für das Spiel verhielten sich die Kinder äußerst aufmerksam und diszipliniert. Aufgrund der kreativen Vorarbeiten von Jutta Lorenz konnten wir auch das Fledermaus-Schminken und das Basteln von Fledermaus-Masken anbieten. Auch mit einigen Kindern konnten wir aus Papier Fledermäuse für ein Mobile falten. Daniel Beier zeigte den Teilnehmern eine Vielzahl von Fledermaus-Kästen und informierte die Teilnehmer eingehend über die Lebensweise der Tiere und ihre anatomischen Besonderheiten.

 

Nach all den Spielen wollten die Kinder und auch die Erwachsenen doch noch lebende Fledermäuse fliegen sehen. Bevor der Detektor zum Einsatz kam, erklärte Jürgen Fuchs den Gebrauch des Gerätes, zum Beispiel, wie man einzelne Rufe der Fledermäuse unterscheiden kann. Weiterhin erklärte er, was man tun kann, wenn man eine Fledermaus findet. Dann ging es endlich zu den Fledermäusen. Anfangs waren, wie üblich, die früh ausfliegenden  Mücken- und Zwergfledermäuse zu hören und manchmal auch zu sehen. Um auf die immer „zu spät kommenden“ Wasserfledermäuse zu warten, waren die Kinder nach der ganzen Herumtoberei bei den Spielen dann doch zu müde geworden. Zudem wurde es langsam empfindlich kalt.

 

 

 

Insgesamt war es wieder einmal ein sehr erlebnisreicher Abend.

 

 

 

 

 

Marianne Bopp

 

Dr. Jürgen Fuchs

 


European Batnight 2018                                Samstag, 25. August

Grafik: Jutta Lorenz
Grafik: Jutta Lorenz

Die NABU-Gruppe Rhein-Selz lädt für kommenden Samstag, den 25. August 2018, zur diesjährigen Batnight ein.

Zu dieser abendlichen Fledermaus-Exkursion, die insbesondere für Kinder und Jugendliche geeignet ist, treffen sich die Teilnehmer um 18.00 Uhr auf dem Sportplatz in Ludwigshöhe.

Neben dem Aufspüren der Fledermäuse in freier Natur bieten wir verschiedene Spiele, die an das Leben der Fledermäuse angelehnt sind, an.

Es wird empfohlen, festes Schuhwerk zu tragen und eine Taschenlampe sowie in diesem Jahr auch Zecken- und Mückenschutz mitzuführen.

Für die älteren Jugendlichen ist ihr Smartphone hilfreich.

 

Von erwachsenen Nichtmitgliedern wird eine Teilnehmergebühr von 2 Euro pro Person erhoben.

 

Weitere Auskünfte zu dieser Exkursion erhalten Sie bei Marianne Bopp,

telefonisch unter 06138-8679 (Mo bis Fr. ab 18.30 Uhr).

Grafik: Jutta Lorenz
Grafik: Jutta Lorenz

Weiterführende und ergänzende Information zur Batnight finden Sie auch hier :

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NABU_Aktionsleitfaden_Fledermausschutz_2
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Hinweis:

Wir möchten darauf hinweisen das im Rahmen der Veranstaltung eventuell Foto- und Videoaufnahmen zur Dokumentation und der Veröffentlichung auf dieser Homepage gemacht werden. Auch unter Umständen für Printmedien.

Sollten Sie Einwände gegen eine Veröffentlichung im Sinne der neuen Datenschutzverordnung ihrer Person oder Kinder haben möchten wir sie bitten den Exkursionsleiter bzw. den Fotografen höflich darauf hinzuweisen.

 

Fledermausschutzprojekt Oppenheimer Wäldchen

Letztes Jahr, im Herbst 2016, waren die Planungen dann so weit. Als alle Genehmigungen von den entscheidenden Behörden eingeholt waren, konnte mit der eigentlichen Arbeit in diesem Frühjahr angefangen werden. Aktuell wurden die Fledermauskästen in bis jetzt 8 Hauptgruppen gegliedert. Seit dem ersten Aufhängen sind nun über 20 Jahre vergangen. Die Kästen wurden damals zu Studienzwecken der Uni aufgehängt. Wie man aber bei der Inspektion sah, waren die Kästen teils in einem unbewohnbaren Zustand.
Bei den Säuberungen wurden Kotspuren von Fledermäusen festgestellt. Zum größten Teil waren Kotspuren in Kästen vorhanden, welche eine Süd-/Süd-Ost oder Ost-Ausrichtung besaßen. Alle anderen Kästen waren entweder bis zur Oberkante mit Nistmaterial (Moos, Gras, Zweigen etc. voll), oder komplett leer. Diese Kästen wurden in die bessere, jeweilige Himmelsrichtung zum Teil neu ausgerichtet. Einige Kästen wurden so belassen, denn dadurch können Tiere Temperaturunterschiede in den Sommermonaten ausgleichen (Hangplatzwechsel).
Alle aufgefundenen Kästen am Boden wurden kontrolliert, ob man sie wieder verwenden könnte. Im Laufe der Zeit wurde der Holzbeton mit Bodenkontakt aber so spröde, dass von einer erneuten Aufhängung abgesehen wurde. Lediglich 2 Kästen wurden wieder integriert. Alle anderen wurden am Boden belassen, dort hatten Ameisenvölker ihren Staat errichtet.
Im Bestand sind nun insgesamt 46 Kästen in den Bereichen Eiskarb und Oppenheimer Wäldchen. Bei 12 Kästen fehlen noch die Endkontrolle und die Eingliederung. 
Auch Fledermäuse und andere Tiere wurden angetroffen. Es wurden aufgefunden: 7 Große Abendsegler und 8 Mückenfledermäuse (voraussichtlich) und 2 Gartenschläfer (im Winterschlaf). Alle Tiere wurden durch die Kontrolle nicht beeinträchtigt. Die Tiere befanden sich in einem wachen Zustand. Entweder waren sie schon aus dem Winterschlaf erwacht, oder sie befanden sich auf der Wanderung in ihre Sommerquartiere. Dies würde für die Abendsegler zutreffen. Mückenfledermäuse sind relativ standorttreu, jedoch bevorzugen sie als Sommerwochenstube eher Gebäude zur Aufzucht ihrer Jungen. Ein Beispiel ist das Hallenbad in Oppenheim, wo in den Spaltenkästen eine Vielzahl Fledermäuse ihr Sommerquartier hat. Das Aufhängen der Kästen soll neben der Quartiererweiterung für höhlenbewohnende Fledermäuse auch eine Monitoringmöglichkeit darstellen. Dadurch soll eine Einstufung des Gebietes vorgenommen werden.

Bericht: Daniel Beier

 

Alle Fotos: D. Beier


Fledermaus willkommen

Der natürliche Lebensraum für Fledermäuse wird immer kleiner. Wie viele andere Tierarten auch, suchen sie deshalb zunehmend bei uns Menschen Unterschlupf. Trotzdem ist der Bestand an Fledermäusen heute in ganz Europa gefährdet, sie stehen unter strengem Schutz und in Deutschland sind die meisten Arten auch auf der Roten Liste wiederzufinden.

Es gibt verschiedene Möglichkeiten Fledermäusen ein Quartier zu bieten. Gekaufte Fledermausnistkästen werden z.B. an einer sonnigen Stelle der Hauswand  angebracht. Hier haben verschiedene Firmen mehrere Modelle im Angebot. Möchte man sich handwerklich betätigen, kann man mit etwas Geschick ein Fledermausbrett bauen. Dieses wird genauso in sonniger Lage der Hauswand angebracht. Falls man innerhalb eines Gebäudes z.B. einer Scheune einen etwas kühleren Platz anbieten möchte, kann das Brett auch dort angebracht werden. An sehr heißen Sommertagen sind solche Quartiermöglichkeiten eine gern angenommene Alternative. Trotzdem sollte man natürliche Quartiere eher schützen, anstatt Künstliche neu zu errichten. Leider werden immer mehr Dachböden versiegelt und Spalten verschlossen.