Fledermausschutzprojekt Oppenheimer Wäldchen

Letztes Jahr, im Herbst 2016, waren die Planungen dann so weit. Als alle Genehmigungen von den entscheidenden Behörden eingeholt waren, konnte mit der eigentlichen Arbeit in diesem Frühjahr angefangen werden. Aktuell wurden die Fledermauskästen in bis jetzt 8 Hauptgruppen gegliedert. Seit dem ersten Aufhängen sind nun über 20 Jahre vergangen. Die Kästen wurden damals zu Studienzwecken der Uni aufgehängt. Wie man aber bei der Inspektion sah, waren die Kästen teils in einem unbewohnbaren Zustand.
Bei den Säuberungen wurden Kotspuren von Fledermäusen festgestellt. Zum größten Teil waren Kotspuren in Kästen vorhanden, welche eine Süd-/Süd-Ost oder Ost-Ausrichtung besaßen. Alle anderen Kästen waren entweder bis zur Oberkante mit Nistmaterial (Moos, Gras, Zweigen etc. voll), oder komplett leer. Diese Kästen wurden in die bessere, jeweilige Himmelsrichtung zum Teil neu ausgerichtet. Einige Kästen wurden so belassen, denn dadurch können Tiere Temperaturunterschiede in den Sommermonaten ausgleichen (Hangplatzwechsel).
Alle aufgefundenen Kästen am Boden wurden kontrolliert, ob man sie wieder verwenden könnte. Im Laufe der Zeit wurde der Holzbeton mit Bodenkontakt aber so spröde, dass von einer erneuten Aufhängung abgesehen wurde. Lediglich 2 Kästen wurden wieder integriert. Alle anderen wurden am Boden belassen, dort hatten Ameisenvölker ihren Staat errichtet.
Im Bestand sind nun insgesamt 46 Kästen in den Bereichen Eiskarb und Oppenheimer Wäldchen. Bei 12 Kästen fehlen noch die Endkontrolle und die Eingliederung. 
Auch Fledermäuse und andere Tiere wurden angetroffen. Es wurden aufgefunden: 7 Große Abendsegler und 8 Mückenfledermäuse (voraussichtlich) und 2 Gartenschläfer (im Winterschlaf). Alle Tiere wurden durch die Kontrolle nicht beeinträchtigt. Die Tiere befanden sich in einem wachen Zustand. Entweder waren sie schon aus dem Winterschlaf erwacht, oder sie befanden sich auf der Wanderung in ihre Sommerquartiere. Dies würde für die Abendsegler zutreffen. Mückenfledermäuse sind relativ standorttreu, jedoch bevorzugen sie als Sommerwochenstube eher Gebäude zur Aufzucht ihrer Jungen. Ein Beispiel ist das Hallenbad in Oppenheim, wo in den Spaltenkästen eine Vielzahl Fledermäuse ihr Sommerquartier hat. Das Aufhängen der Kästen soll neben der Quartiererweiterung für höhlenbewohnende Fledermäuse auch eine Monitoringmöglichkeit darstellen. Dadurch soll eine Einstufung des Gebietes vorgenommen werden.

Bericht: Daniel Beier

 

Alle Fotos: D. Beier


Fledermaus willkommen

Der natürliche Lebensraum für Fledermäuse wird immer kleiner. Wie viele andere Tierarten auch, suchen sie deshalb zunehmend bei uns Menschen Unterschlupf. Trotzdem ist der Bestand an Fledermäusen heute in ganz Europa gefährdet, sie stehen unter strengem Schutz und in Deutschland sind die meisten Arten auch auf der Roten Liste wiederzufinden.

Es gibt verschiedene Möglichkeiten Fledermäusen ein Quartier zu bieten. Gekaufte Fledermausnistkästen werden z.B. an einer sonnigen Stelle der Hauswand  angebracht. Hier haben verschiedene Firmen mehrere Modelle im Angebot. Möchte man sich handwerklich betätigen, kann man mit etwas Geschick ein Fledermausbrett bauen. Dieses wird genauso in sonniger Lage der Hauswand angebracht. Falls man innerhalb eines Gebäudes z.B. einer Scheune einen etwas kühleren Platz anbieten möchte, kann das Brett auch dort angebracht werden. An sehr heißen Sommertagen sind solche Quartiermöglichkeiten eine gern angenommene Alternative. Trotzdem sollte man natürliche Quartiere eher schützen, anstatt Künstliche neu zu errichten. Leider werden immer mehr Dachböden versiegelt und Spalten verschlossen.