Guten Flug!

 

Die letzten Schwalben sind abgereist. Die letzten Auszeichnungen verliehen.

Dieses Mal gehen die Auszeichnungen nach Dolgesheim an Familie Martin und nach Hahnheim an Andrea  Finger, die Letzten für 2018.

 

 Ziemlich früh kamen die Rauchschwalben dieses nach Dolgesheim und fanden nach dem Umbau in Hof und Scheune ihre gewohnten Plätze nicht mehr vor. Aber fleißig wurden viele neue Nester angelegt und zu einem großen Teil auch bezogen. So wie in den letzten 10 Jahren auch.

 

Ein leerstehendes Gemach gefiel einem Rotkehlchen und nutzte es zur eigenen Brut. Berichtet Janine Merz, die Tochter des Familienbetriebes Martin. Bis zu 40 Tiere bevölkerten Antenne und Anwesen bis zu ihrem kürzlichen Aufbruch Richtung Süden.

 

Die Neonröhre hält warm
Die Neonröhre hält warm
Janine Merz mit Ihrem Vater Helmut Martin präsentieren freudig Ihre “Schwalben willkommen“ Auszeichnung
Janine Merz mit Ihrem Vater Helmut Martin präsentieren freudig Ihre “Schwalben willkommen“ Auszeichnung
Schöne, ruhige Nische
Schöne, ruhige Nische

Ins Herz geschlossen hatte Andrea Finger ihren Oskar in Hahnheim. Mit viel Herzblut versuchte sie Ihren Rauchschwalbennachwuchs durchzubringen. Aber Oskars Geschwisterchen fiel schon so geschwächt mehrfach aus dem Nest das es leider nicht überlebt hat. Oskar dafür war sehr fidel und landete sogar bei seiner Gastgeberin auf der Schulter. Bis er seinen Irrtum erkannte. Auch er hat mit seinen Eltern die lange und beschwerliche Reise nach Afrika längst angetreten.

 

Hotel Finger
Hotel Finger
Andrea Finger freut sich wie Bolle über ihre Auszeichnung und über Oskar
Andrea Finger freut sich wie Bolle über ihre Auszeichnung und über Oskar
Und das ist Oskar! Kurz vor dem Abflug.
Und das ist Oskar! Kurz vor dem Abflug.

Wir wünschen allen Familien und Häusern dass sie im nächsten Jahr das Glück haben wieder die Schwalben als Gäste begrüßen zu können.

 

Und wir, wieder viele Auszeichnungen vornehmen zu dürfen. In diesem Jahr waren es sieben.

 Bericht u. Fotos: P. Britz

 

Dexheim, 08. April 2018. Schwalbeneinzug bei Familie Schömbs. Zwei Rauchschwalbennester in der Garage werden besetzt. Ein drittes Nest wird leider nur begonnen. Inzwischen kommen die Tiere seit über 10 Jahren.  Die zweite Brut ist auch bereits ausgeflogen. Knapp 30 junge und alte Rauchschwalben bevölkern regelmäßig das Stromkabel über dem Grundstück. Schön, dass es mit der Auszeichnung endlich geklappt hat und sie diese nun in Händen halten.

In Dorn-Dürkheim freut sich die Familie des Weingutes Hamm ebenso über Ihre Auszeichnung durch den 2. Vorsitzenden der NABU-Gruppe Paul Britz. Besonders die beiden Enkeltöchter aus dem bayrischen, Lisa und Anna, waren mit Begeisterung dabei. Das Mehlschwalbennest bleibt hoffentlich nicht das Einzige in der Straße. Zumal Frau Hamm von mehreren Schwalben sprach, die am Vortag noch die Straße säumten. Vielleicht haben diese inzwischen schon begonnen sich  für den Rückflug zu sammeln.

 

So auch in Nierstein. Die acht Nester von Familie Schütz waren dieses Jahr das erste Mal allesamt besetzt. Und seit über 10 Jahren sind die Mehlschwalben jährlich da, weiß Herr Schütz zu berichten. Aber die Tiere sind  hier auch nicht mehr zu sehen. Sie kamen spät und flogen wohl zeitig. Dennoch konnte sich die Familie über ihre Auszeichnung freuen und stellte zum weiteren Wohl der Tiere eine Geldspende zur Verfügung. Die NABU-Gruppe dankt hier sehr herzlich und wird das Geld sinnvoll zur Anwendung bringen.

 

Fotos u. Bericht: Paul Britz

 

Unsere NABU-Gruppe zeichnet zwei Familen in der VG aus!

Schwalben Willkommen!

 

 

 

 

                    

 

                                   Hier wohl nicht.

 

 

 

 

 

 

 

 

Auch heute gibt es immer noch Häuser wo „Schwalben nicht willkommen“ sind!  Wie schade!

 

Aber dank dem persönlichen Engagement und der Bereitschaft ein paar kleine Unbequemlichkeiten auf sich zu nehmen, bieten immer wieder Menschen unter uns den Mehl- und Rauchschwalben ein Heim zur Aufzucht ihrer Jungen und leisten damit einen wertvollen Beitrag zum Erhalt der Art.

 Auch werden immer mehr Stellen mit Nistmaterial in einer Wanne angeboten in denen die Tiere den benötigten  lehmhaltigen Boden finden können, den sie auf zubetoniertem Boden und in steinigen Gärten nicht mehr finden können. Zwar versucht man die Tiere mit künstlichen Nisthilfen zu unterstützen. Aber diese sind nur ein schwacher Ersatz für die „selbstgemauerten“ Nester.

In diesem Jahr konnten wir bisher zwei Familien mit der NABU Auszeichnung „Schwalbenfreundliches Haus – Schwalben willkommen“ ehren, die sich für den Erhalt der Mehlschwalben engagieren. Damit den Fortbestand  unserer  Schwalben fördern, der auch durch immer weniger Insekten gefährdet ist.

 

Familie Lindinger aus Nierstein und Familie Heilmann aus Guntersblum sind solch engagierte Menschen.

Vielen Widerständen zum Trotz kämpfte Frau Lindinger für ihre Mehlschwalben die sich aber lieber eine „eigene Hütte“ bauten als die Häuser von der Stange anzunehmen.

 Als Kind, so berichtet die gebürtige Niersteinerin, gab es überall Rauch- und Mehlschwalben. Da war Nierstein noch idyllisch. Viel Grün überall, Platz für Mensch und Tier und niemand der sich über das bisschen Dreck der Schwalben mokierte oder sie vertreiben wollte oder sie nicht duldete. Heute sind die Menschen sehr respektlos gegenüber der Natur. Verbauen alles mit Stein und Beton und sind nur auf ihr eigenes Wohl bedacht. Deshalb kämpft Frau Lindinger um Ihre Mehlschwalben

Deshalb hofft sie dass die Mehlschwalben im nächsten Jahr auch die künstlichen Nester annehmen werden oder die Pioniere unter ihrem Dach Nachahmer  finden und gemeinsam die ganze Wand dort oben belegen.

Wir drücken ihr dazu feste beide Daumen!

 

Früher gab es dort in Guntersblum, wo Familie Heilmann seit 2004 lebt, nur Baum, Strauch und Gras. Weder Häuser, noch Scheune noch sonst ein Gemäuer. Umso erstaunlicher das an ihrem damaligen Neubau, bereits nach zwei Jahren die ersten Mehlschwalben Einzug hielten und die Hausfassade unter dem Dach bevölkerten. Im Laufe der Zeit wuchs der Bestand auf sechs Nester an, von denen in diesem Jahr allerdings leider nur fünf belegt sind. Aber die ersten Jungtiere sind schon flügge und während unserer Auszeichnung verlies gerade eine der jungen Mehlschwalben mutig zum ersten Mal ihr Nest und konnte sich bei ihrem Sturzflug gerade noch kurz vor dem Boden abfangen. 

 

Heilmanns konnten wegen der Dachkonstruktion des Hauses nicht das übliche Kotbrett anbringen, aber Herr Heilmann erdachte für die Mehlschwalben eine eigene Konstruktion an der  Erdgeschoßfensterbank. So ist allen geholfen. Wenn alle jetzigen Jungvögel ihr Nest verlassen haben hofft Familie Heilmann auf eine zweite Brut in den Nestern.

 

Das wäre ein toller Erfolg; den wir ihnen von Herzen wünschen.

 

Beide Familien nahmen freudig ihre Auszeichnungen entgegen und überlegten sofort wo die Plakette einen repräsentativen Platz am Haus bekommen könnte. Immerhin möchte man damit ja andere dazu animieren den Schwalben an ihrem Haus auch eine Bleibe einzuräumen. Vielleicht können wir dann bald weitere Auszeichnung zum Schwalbenfreundlichen Haus verleihen. Wir sind gespannt und würden uns darüber natürlich sehr freuen.

Frau Lindinger und Familie Heilmann zeigen stolz ihre Auszeichnungen: Urkunde, Plakette und Infoheftchen zu den Schwalben.

 

Fotos und Bericht: P. Britz

Haben sie an ihrem Haus Schwalben eine Bleibe gegeben oder kennen sie jemanden der Mehl-oder Rauchschwalben Quartier gibt?

 

Sprechen sie uns an. Schlagen sie diese Menschen für eine Auszeichnung vor. Wir freuen uns über jede Meldung die dem Erhalt der Schwalben dient.

 

Symptomatisch für den Rückgang der Mehlschwalben sind, dass viele Nester auch bei bereits ausgezeichneten Schwalbenschützern in diesem Jahr leer blieben. In einem Fall fand sogar keines der sechs Nester einen neuen alten Besitzer.

 

NABU- Gruppe Rhein-Selz

 

Auszeichnung mit der NABU-Plakette

Rauchschwalben in Ludwigshöhe 2017

NABU ehrt Schwalbenfreunde

 

Dass seine Rauchschwalben nicht gerade zimperlich miteinander umgehen, wenn der Kampf um das beste Nest entbrennt, konnte Bernd Gräf aus Ludwigshöhe auch dieses Jahr wieder beobachten. Dabei hatten sie eigentlich genügend Auswahl dieses Jahr. Von den zwölf Nestern sind dieses Mal deutlich weniger bewohnt. „Zu uns kommen seit Jahr und Tag die Schwalben, mal mehr, mal weniger. Sie sind uns sehr willkommen. Ein Sommer ohne unsere Schwalben kann ich mir gar nicht vorstellen“, so sein Statement. Für ihre Schwalben nehmen Bernd und Iris Gräf auch in Kauf, stets die Hinterlassenschaften der flinken Flieger entfernen zu müssen, wenn auch manchmal etwas stöhnend. Das Tor wurde schwalbenfreundlich umgebaut, sodaß ein freier An- und Abflug tags und nachts gewährleistet ist.

 

Beide  verstehen sich durchaus als Schwalbenbotschafter. Sie möchten andere ermutigen, die Schwalben und ihre Nester zu dulden. „ Das ist ein Stück Natur, das wir uns bewahren sollten“, so ihre Botschaft. Einen Nachbarn konnten sie bereits dahingehend überzeugen, dass er nun auch seine Scheune für Schwalben zugänglich gemacht hat. „Was willst du deinen Enkeln erzählen, wenn sie fragen, warum bei dir keine Schwalben wohnen dürfen?“, hatten sie ihn gefragt.

 

Für dieses großartige Engagement wurden Bernd und Iris Gräf  im Rahmen der NABU-Aktion als „Schwalbenfreundliches Haus“ mit Urkunde und Plakette ausgezeichnet.

 

Mehlschwalben in Nierstein

Schwalbenfreundliches Haus

 

Auch in Nierstein wohnt eine Schwalbenfreundin. Seit 20 Jahren beobachtet sie jedes Jahr die Ankunft der Mehlschwalben. Bei der Renovierung der Hausfassade hatte sie sich energisch dafür eingesetzt, dass die Nester nicht entfernt wurden. Erfolgreich. Dass Schwalben Dreck machen, weiß sie auch aus langer Erfahrung. Doch auch das nimmt sie gelassen hin. „Dann kehr ich ihn halt weg“, meint Gerlinde Butscher. „Die paar Wochen im Jahr ist das doch auszuhalten. Dafür bekomme ich ein Stück Natur ans Haus. Soviel haben wir davon ja nicht mehr“ fügt sie hinzu.  „Leider ist es nicht mehr selbstverständlich, dass Schwalben auf Grundstücken geduldet werden. Eine traurige Entwicklung, wenn man bedenkt, dass der Rückgang der einstigen Glücksbringer unübersehbar ist“, bedauert Dr. Barbara Geiger vom NABU Rhein-Selz. „Leider werden insbesondere Mehlschwalben oft nur als Fassadenbeschmutzer angesehen und es wird ihnen keine Möglichkeit zum Nestbau gegeben. Die Flugakrobaten sind allerdings von unserer Duldung abhängig. Ansonsten werden sie aus den meisten Gegenden in absehbarer Zeit verschwinden“.

 

„Fürsorgliche Schwalbenfreunde wie Frau Butscher zeichnen wir gerne aus“, fügt die NABU-Aktive hinzu und überreicht Frau Butscher Plakette und Urkunde.

 

Alle Fotos: P. Britz

Mehlschwalben in Guntersblum

Wieder Schwalben Willkommen! in Guntersblum

 

 

 

Tagelang sah Herr Kohlmann besorgt immer wieder zum Himmel. Wo blieben seine Schwalben dieses Jahr? Seit Jahren kommen zwei oder mehr  Schwalbenpärchen und brüten in den Naturnestern über seinem Hauseingang in der kleinen Gasse in Guntersblum. Mit Wochen Verspätung sind sie dann endlich doch noch eingetroffen. Wenn bisher auch nur ein Pärchen.  Da seine Fenster zur Straße rausgehen, hört er sie morgens in ihrer typischen Art miteinander schwätzeln. „Was sie wohl so alles zu besprechen haben?“, fragt er sich und genießt dieses morgendliche Ritual. Im Frühjahr hatte er noch mehrere Kunstnester anbringen lassen in der Hoffnung, dass sich noch mehr Mehlschwalben bei ihm ansiedeln. Nun heisst es abwarten.

 

„Dieses Jahr sind die Mehlschwalben wirklich sehr verspätet eingetroffen und viele sind es auch nicht gerade. Womöglich gab es schlechtes Wetter auf dem Weg vom südlichen Afrika hierher, sodass sie nur langsam vorankamen, meint die NABU-Vorsitzende Dr. Barbara Geiger, „Doch schön zu sehen, dass es immer wieder Menschen gibt, die sich auch um ihre Schwalben sorgen und ihnen bestmöglich helfen wollen wie Herr Kohlmann. Davon brauchen wir mehr, denn die Bestände sinken weiter." 

 

Für seine Fürsorge wurde er vom NABU im Rahmen der Aktion „Schwalben willkommen“ ausgezeichnet.

 

 


Kreative Lösung

Foto: R. Traumüller, 2017
Foto: R. Traumüller, 2017

 

Eine kreative Lösung erfand ein Schwalbenfreund für sein neues Haus: um keine Löcher in die gedämmte Fassade bohren zu müssen, wird das Kotbrett mittels Gewindestangen an den Dachsparren befestigt. So lassen sich Schwalbenschutz und energetische Maßnahmen prima miteinander verbinden. 


Schwalben willkommen!

NABU greift Schwalben unter die Flügel

Mehlschwalbe
Mehlschwalbe

Trotzdem, dass Schwalben bei Menschen beliebt sind und oftmals als Glückbringer angesehen werden, nehmen die Bestände der Schwalben kontinuierlich ab. Dies liegt daran, dass immer mehr Ställe und Scheunen verschlossen werden, Lehmpfützen zur Gewinnung des Nistbaumaterials selten geworden sind und Schwalbennester an Hauswänden immer weniger geduldet werden.

Leider werden insbesondere Mehlschwalben oft als Fassadenbeschmutzer angesehen und es wird ihnen keine Möglichkeit zum Nestbau gegeben. Die Flugakrobaten sind allerdings von unserer Duldung abhängig. Ansonsten werden sie aus den meisten Gegenden in absehbarer Zeit verschwinden.

Schwalbennest
Schwalbennest

Um den Mehlschwalben zu helfen und diejenigen zu unterstützen, die Schwalbennester an ihren Häusern dulden, hat der NABU Rheinland-Pfalz die Aktion „Schwalben willkommen“ ins Leben gerufen. Es geht darum, Hauseigentümer mit Schwalbenkolonien für die Duldung der sympathischen Flugkünstler auszuzeichnen. Dies geschieht über eine attraktive Plakette, die am Haus montiert werden kann, und eine Urkunde.

„Die Plakette weist das Haus und seine Bewohner nicht nur als schwalbenfreundlich aus, sondern ist auch gleich ein Hinweis für andere Menschen, dass dieser Dienst an der Natur durchaus wertgeschätzt wird“, so der Vorsitzende des NABU Rheinland-Pfalz Siegfried Schuch. „Leider geschieht es immer wieder, dass Personen mit Schwalbennestern am Haus Anfeindungen von Nachbarn ausgesetzt sind und aufgefordert werden, die Nester zu entfernen. Dass die Entfernung von Nestern ein Straftatbestand ist, ist den wenigsten Menschen bekannt.“

Rauchschwalbe
Rauchschwalbe

An ausgezeichnete Personen, die gleichzeitig Interesse daran haben, ihre Kolonie zu erweitern, wird zudem kostenlos ein Doppelkunstnest abgegeben. Dazu NABU-Vorsitzender Schuch: „Das macht Sinn, da auch für Wissenschaftler kaum ersichtlich ist, wie Schwalben ihre Nistplätze aussuchen. Hängt man eine Nisthilfe in einer Kolonie auf oder dort, wo Schwalben bisher vergeblich versucht haben, Nester zu bauen, wird sie mit Sicherheit angenommen.“ Zudem leiste man den Schwalben, die meist vergeblich nach Baumaterial suchen, mit den künstlichen Nestern eine wichtige Hilfe. Denn Schlammpfützen als Lieferant von Lehm finden die Schwalben auf unseren zunehmend asphaltierten Wegen und Plätzen immer weniger!

Junge Rauchschwalben
Junge Rauchschwalben