Auszeichnung mit der NABU-Plakette

Rauchschwalben in Ludwigshöhe 2017

NABU ehrt Schwalbenfreunde

 

Dass seine Rauchschwalben nicht gerade zimperlich miteinander umgehen, wenn der Kampf um das beste Nest entbrennt, konnte Bernd Gräf aus Ludwigshöhe auch dieses Jahr wieder beobachten. Dabei hatten sie eigentlich genügend Auswahl dieses Jahr. Von den zwölf Nestern sind dieses Mal deutlich weniger bewohnt. „Zu uns kommen seit Jahr und Tag die Schwalben, mal mehr, mal weniger. Sie sind uns sehr willkommen. Ein Sommer ohne unsere Schwalben kann ich mir gar nicht vorstellen“, so sein Statement. Für ihre Schwalben nehmen Bernd und Iris Gräf auch in Kauf, stets die Hinterlassenschaften der flinken Flieger entfernen zu müssen, wenn auch manchmal etwas stöhnend. Das Tor wurde schwalbenfreundlich umgebaut, sodaß ein freier An- und Abflug tags und nachts gewährleistet ist.

 

Beide  verstehen sich durchaus als Schwalbenbotschafter. Sie möchten andere ermutigen, die Schwalben und ihre Nester zu dulden. „ Das ist ein Stück Natur, das wir uns bewahren sollten“, so ihre Botschaft. Einen Nachbarn konnten sie bereits dahingehend überzeugen, dass er nun auch seine Scheune für Schwalben zugänglich gemacht hat. „Was willst du deinen Enkeln erzählen, wenn sie fragen, warum bei dir keine Schwalben wohnen dürfen?“, hatten sie ihn gefragt.

 

Für dieses großartige Engagement wurden Bernd und Iris Gräf  im Rahmen der NABU-Aktion als „Schwalbenfreundliches Haus“ mit Urkunde und Plakette ausgezeichnet.

 

Mehlschwalben in Nierstein

Schwalbenfreundliches Haus

 

Auch in Nierstein wohnt eine Schwalbenfreundin. Seit 20 Jahren beobachtet sie jedes Jahr die Ankunft der Mehlschwalben. Bei der Renovierung der Hausfassade hatte sie sich energisch dafür eingesetzt, dass die Nester nicht entfernt wurden. Erfolgreich. Dass Schwalben Dreck machen, weiß sie auch aus langer Erfahrung. Doch auch das nimmt sie gelassen hin. „Dann kehr ich ihn halt weg“, meint Gerlinde Butscher. „Die paar Wochen im Jahr ist das doch auszuhalten. Dafür bekomme ich ein Stück Natur ans Haus. Soviel haben wir davon ja nicht mehr“ fügt sie hinzu.  „Leider ist es nicht mehr selbstverständlich, dass Schwalben auf Grundstücken geduldet werden. Eine traurige Entwicklung, wenn man bedenkt, dass der Rückgang der einstigen Glücksbringer unübersehbar ist“, bedauert Dr. Barbara Geiger vom NABU Rhein-Selz. „Leider werden insbesondere Mehlschwalben oft nur als Fassadenbeschmutzer angesehen und es wird ihnen keine Möglichkeit zum Nestbau gegeben. Die Flugakrobaten sind allerdings von unserer Duldung abhängig. Ansonsten werden sie aus den meisten Gegenden in absehbarer Zeit verschwinden“.

 

„Fürsorgliche Schwalbenfreunde wie Frau Butscher zeichnen wir gerne aus“, fügt die NABU-Aktive hinzu und überreicht Frau Butscher Plakette und Urkunde.

 

Alle Fotos: P. Britz

Mehlschwalben in Guntersblum

Wieder Schwalben Willkommen! in Guntersblum

 

 

 

Tagelang sah Herr Kohlmann besorgt immer wieder zum Himmel. Wo blieben seine Schwalben dieses Jahr? Seit Jahren kommen zwei oder mehr  Schwalbenpärchen und brüten in den Naturnestern über seinem Hauseingang in der kleinen Gasse in Guntersblum. Mit Wochen Verspätung sind sie dann endlich doch noch eingetroffen. Wenn bisher auch nur ein Pärchen.  Da seine Fenster zur Straße rausgehen, hört er sie morgens in ihrer typischen Art miteinander schwätzeln. „Was sie wohl so alles zu besprechen haben?“, fragt er sich und genießt dieses morgendliche Ritual. Im Frühjahr hatte er noch mehrere Kunstnester anbringen lassen in der Hoffnung, dass sich noch mehr Mehlschwalben bei ihm ansiedeln. Nun heisst es abwarten.

 

„Dieses Jahr sind die Mehlschwalben wirklich sehr verspätet eingetroffen und viele sind es auch nicht gerade. Womöglich gab es schlechtes Wetter auf dem Weg vom südlichen Afrika hierher, sodass sie nur langsam vorankamen, meint die NABU-Vorsitzende Dr. Barbara Geiger, „Doch schön zu sehen, dass es immer wieder Menschen gibt, die sich auch um ihre Schwalben sorgen und ihnen bestmöglich helfen wollen wie Herr Kohlmann. Davon brauchen wir mehr, denn die Bestände sinken weiter." 

 

Für seine Fürsorge wurde er vom NABU im Rahmen der Aktion „Schwalben willkommen“ ausgezeichnet.

 

 


Kreative Lösung

Foto: R. Traumüller, 2017
Foto: R. Traumüller, 2017

 

Eine kreative Lösung erfand ein Schwalbenfreund für sein neues Haus: um keine Löcher in die gedämmte Fassade bohren zu müssen, wird das Kotbrett mittels Gewindestangen an den Dachsparren befestigt. So lassen sich Schwalbenschutz und energetische Maßnahmen prima miteinander verbinden. 


Schwalben willkommen!

NABU greift Schwalben unter die Flügel

Mehlschwalbe
Mehlschwalbe

Trotzdem, dass Schwalben bei Menschen beliebt sind und oftmals als Glückbringer angesehen werden, nehmen die Bestände der Schwalben kontinuierlich ab. Dies liegt daran, dass immer mehr Ställe und Scheunen verschlossen werden, Lehmpfützen zur Gewinnung des Nistbaumaterials selten geworden sind und Schwalbennester an Hauswänden immer weniger geduldet werden.

Leider werden insbesondere Mehlschwalben oft als Fassadenbeschmutzer angesehen und es wird ihnen keine Möglichkeit zum Nestbau gegeben. Die Flugakrobaten sind allerdings von unserer Duldung abhängig. Ansonsten werden sie aus den meisten Gegenden in absehbarer Zeit verschwinden.

Schwalbennest
Schwalbennest

Um den Mehlschwalben zu helfen und diejenigen zu unterstützen, die Schwalbennester an ihren Häusern dulden, hat der NABU Rheinland-Pfalz die Aktion „Schwalben willkommen“ ins Leben gerufen. Es geht darum, Hauseigentümer mit Schwalbenkolonien für die Duldung der sympathischen Flugkünstler auszuzeichnen. Dies geschieht über eine attraktive Plakette, die am Haus montiert werden kann, und eine Urkunde.

„Die Plakette weist das Haus und seine Bewohner nicht nur als schwalbenfreundlich aus, sondern ist auch gleich ein Hinweis für andere Menschen, dass dieser Dienst an der Natur durchaus wertgeschätzt wird“, so der Vorsitzende des NABU Rheinland-Pfalz Siegfried Schuch. „Leider geschieht es immer wieder, dass Personen mit Schwalbennestern am Haus Anfeindungen von Nachbarn ausgesetzt sind und aufgefordert werden, die Nester zu entfernen. Dass die Entfernung von Nestern ein Straftatbestand ist, ist den wenigsten Menschen bekannt.“

Rauchschwalbe
Rauchschwalbe

An ausgezeichnete Personen, die gleichzeitig Interesse daran haben, ihre Kolonie zu erweitern, wird zudem kostenlos ein Doppelkunstnest abgegeben. Dazu NABU-Vorsitzender Schuch: „Das macht Sinn, da auch für Wissenschaftler kaum ersichtlich ist, wie Schwalben ihre Nistplätze aussuchen. Hängt man eine Nisthilfe in einer Kolonie auf oder dort, wo Schwalben bisher vergeblich versucht haben, Nester zu bauen, wird sie mit Sicherheit angenommen.“ Zudem leiste man den Schwalben, die meist vergeblich nach Baumaterial suchen, mit den künstlichen Nestern eine wichtige Hilfe. Denn Schlammpfützen als Lieferant von Lehm finden die Schwalben auf unseren zunehmend asphaltierten Wegen und Plätzen immer weniger!

Junge Rauchschwalben
Junge Rauchschwalben