Der Schmetterling des Monats Mai 2024

Das Landkärtchen wurde zum Schmetterling des Monats Mai 2024 gewählt.

Text und Fotos: Wolfgang Düring

Der Schmetterling des Monats Mai 2024 ist gekürt. Die Wahl fiel diesmal - wie schon 2022 - auf das Landkärtchen.

 

Der einzigartige Verwandlungskünstler aus der Familie der Edelfalter hat als Puppe überwintert und ist jetzt in der rotbraunen Frühlingsform von aufmerksamen Naturbeobachtern an naturnahen luftfeuchten Waldwegen oder an halbschattigen Gewässerrändern zu beobachten. Aufgrund einiger sehr heißer und trockener Jahre ist der Falter in manchen Regionen vor allem in den tieferen Lagen im Norden von Rheinland-Pfalz komplett verschwunden bzw. sehr selten geworden…

 

Der BUND Rheinland-Pfalz gemeinsam mit Vertretern des NABU, der Pollichia und des ArtenFinders (beide Organisationen haben sich seit Mai 2024 angeschlossen), sowie weiterer Naturschutzorganisationen wählten diesen einzigartigen Verwandlungskünstler zum Schmetterling des Monats Mai, um auf die Gefährdung der Art und von Schmetterlingen allgemein aufmerksam zu machen.

 

Kurzporträt & Verbreitung

 

Das Landkärtchen kam bis 2019 in allen Regionen von Rheinland-Pfalz vor, so auch in den Binger Rheinauen und als waldaffine Art natürlich auch im Binger Wald. Im Soonwald und im Hunsrück war das Landkärtchen verbreitet, aber ebenso in waldnahen Bereichen in Rheinhessen in der Pfalz und im Westerwald. Seit den trockenen, heißen Sommern 2018 und 2019 hat sich die Art im Norden von Rheinland-Pfalz auf die Höhenlagen von Soonwald, Hunsrück und Westerwald zurückgezogen. Aber auch in der Pfalz im Oberrheingraben wurde die Art im Artenfinder noch regelmäßig gemeldet.

 

 

Januar

Februar

März

April

Mai

Juni

Juli

August

September

Oktober

November

Dezember

Ei

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Raupe

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Puppe

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Falter

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Januar

Februar

März

April

Mai

Juni

Juli

August

September

Oktober

November

Dezember

 

 

 Das Landkärtchen bevorzugt naturnahe, lichte Wälder und selten gepflegte halbschattige, feuchte Weg- und Gewässerränder. Der Falter überwintert als Puppe und lebt in zwei, manchmal auch partiell in drei Generationen pro Jahr. Die rotbraune Frühjahrgeneration erscheint Ende April, die schwarz-weiße Sommergeneration fliegt bis Anfang September. Die beiden Generationen unterscheiden sich farblich sehr deutlich und wurden ursprünglich für zwei verschiedene Arten gehalten. Bekannt ist das Landkärtchen auch wegen seiner kunstvoll aufgeschichteten Eitürme.

 

 Falterbeschreibung

 

Das Landkärtchen gehört zur Familie der Edelfalter. Die Färbung des Falters ist je nach Jahreszeit sehr unterschiedlich.

 

 Abbildung 1: Landkärtchen Frühjahrsform (1. Generation) am 27.4.2003 in Bingen-Dromersheim

 

 Die Frühjahrsform (f. levana) hat eine rötlichbraune Grundfarbe mit schwarzen Punkten und zur Mitte hin schwarzen Flächen. Einzelne kleine weiße Flecken und blaue Halbmonde im schwarzen Rand des Hinterflügels ergänzen das sehr harmonische Gesamtbild.

 

 Abbildung 2: Sommerform (hier 3. Generation) des Landkärtchens am 17.8.2017 in Ingelheim in den Rheinauen (Sandlache)

 

 Die Sommerform (f. prorsa) hat eine schwarze Grundfarbe mit einem Band aus weißen Flecken in der Flügelmitte. Weiter außen ist ein dünnes rotbraunes unterbrochenes Band, welches manchmal fast komplett fehlt, zu erkennen.

 

Artenschutz / Gartengestaltung

 

Das Landkärtchen ist in Rheinland-Pfalz und ebenso in Deutschland insgesamt aktuell noch nicht gefährdet. Er steht nicht unter besonderem Schutz nach dem Bundesnaturschutzgesetz. Die heißen und sehr trockenen Jahre haben allerdings zu erheblichen Bestandrückgängen in den tiefer gelegenen, nördlichen Regionen von RLP, wie z.B. in Rheinhessen geführt.

 

Im Garten ist es nur zu finden, wenn dieser sich in Waldnähe befindet und naturnah angelegt wurde. Dann ist eine Stelle z. B. am Kompost oder an einem Teich mit schattig und luftfeucht stehenden Brennnesseln, die möglichst ganzjährig nicht gemäht werden, als Raupenhabitat hilfreich. Die Falter lockt man am besten mit einem Bestand an Wildblumen, wie Dost, Baldrian oder Wasserdost in Teichnähe in den Garten.

 

 Weitere Infos:

 https://www.bund-rlp.de/themen/tiere-pflanzen/schmetterlinge/artenportraets-der-tagfalter/#c3700

 

Lebenszyklus in Bildern:

 https://www.bund-rlp.de/themen/tiere-pflanzen/schmetterlinge/besondere-schmetterlinge/landkaertchen/

 

 Hochauflösende Bilder können auch hier herunter geladen werden:

 https://www.bund-rlp.de/themen/tiere-pflanzen/schmetterlinge/schmetterling-des-monats/

 

Kennen Sie schon die BUND-Schmetterlings-Homepage für Rheinland-Pfalz?

 https://www.bund-rlp.de/themen/tiere-pflanzen/schmetterlinge/

 

Neue Poster: Tagfalter, Eier, Raupen:

 https://www.bund-rlp.de/themen/tiere-pflanzen/schmetterlinge/downloads/

 

Der "Schmetterling des Monats April"

Der Grüne Zipfelfalter wurde zum Schmetterling des Monats April 2024 gewählt

 

 

Text: Wolfgang Düring und Jochen Eidel

Fotos: Wolfgang Düring

 

Die Wahl zum Schmetterling des Monats April fiel – nach 2021 – ein weiteres Mal auf den Grünen Zipfelfalter (Callophrys rubi), den einzigartigen grünen Frühlingsboten. Dies, um insbesondere um auf seine Gefährdung aufmerksam zu machen.

 

Der einzige grüne Tagfalter Deutschlands hat als Puppe überwintert und ist jetzt als Frühlingsbote von aufmerksamen Naturbeobachtern in naturnahen halboffenen Biotopen zu beobachten.

 

Kurzporträt & Verbreitung

 Der Grüne Zipfelfalter kommt mit nur noch geringen Populationsdichten in fast allen Naturräumen in Rheinland-Pfalz vor.

 

Der Grüne Zipfelfalter ist ein Bewohner von strukturreichen, mit Büschen besetzten, halboffenen, naturnahen, nährstoffarmen, und warmen Biotopen. Verbraachte Südhänge, aber ebenso Wege vor Gebüschsäumen, mit Gebüschen besetzte Waldwiesen, Autobahnböschungen und Deiche zählen zu seinen Lebensräumen.

 

 

Januar

Februar

März

April

Mai

Juni

Juli

August

September

Oktober

November

Dezember

Ei

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Raupe

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Puppe

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Falter

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Januar

Februar

März

April

Mai

Juni

Juli

August

September

Oktober

November

Dezember

 

 

 

Er überwintert als Puppe und erscheint ab Anfang April, manchmal auch schon im März. Der Grüne Zipfelfalter fliegt in einer Generation pro Jahr. Seine Flugzeit endet oft bereits Mitte Juni.

 

Beschreibung

 Der Grüne Zipfelfalter gehört zur Familie der Bläulinge. Seine Flügelunterseiten sind grün. Er ist der einzige einheimische grüne Tagfalter. Die Oberseiten der Flügel sind graubraun. In der Regel sieht man den Falter nur mit zusammengeklappten Flügeln. Die Flügelränder sind braun. Auf den Hinterflügeln ist oft eine gestrichelte weiße Linie zu erkennen.

 Die Männchen besetzen Reviere und kontrollieren diese von einem erhöhten Ansitz aus. Die Weibchen leben versteckt

.

 

Abbildung 1a und 1b: Grüner Zipfelfalter – frisch geschlüpft - am 9.4.2020 in Bingen-Dromersheim

 

 Die Eier werden an Knospen der Wirtspflanzen oder in deren Nähe gelegt.

 Dei daraus schlüpfenden Raupen fressen insbesondere Blüten, unreife Früchte und Samen von einer größeren Anzahl verschiedener Pflanzenarten, darunter Sonnenröschen, Ginster, Kleearten, Heidelbeere.

 

 

 Abbildung 2: Raupe des Grünen Zipfelfalters

 

Gefährdung und Artenschutz

 Der Grüne Zipfelfalter ist seit 2013 in Rheinland-Pfalz als Art der Vorwarnliste eingestuft. Die Nutzungsaufgabe von Magerrasen sowie forstliche Nutzungs-änderungen haben Bestände des Grünen Zipfelfalters regional zurückgehen lassen.

 Durch die Pflege und Offenhaltung von aufgegebenen Weinbergen mit Gebüschsäumen können dem Falter jedoch Lebensräume zur Verfügung gestellt werden. Auch breite Waldwege mit Saumstrukturen sind förderlich. Der Nutzungsaufgabe von halboffenen Lebensräumen des Falters sollte entgegengewirkt werden.

 Im Garten wird man den Falter nur selten antreffen. Naturnahe Gärten mit Ginster und Kleearten, seinen Raupennahrungspflanzen, in der Nähe seiner Habitate, könnten ihn in den Garten locken.

 

Weitere Infos:

 

https://www.bund-rlp.de/themen/tiere-pflanzen/schmetterlinge/artenportraets-der-tagfalter/#c3688

 

Insekt des Jahres 2023

Der Falter mit den zwei Gesichtern: Das Landkärtchen

Der Falter mit den zwei unterschiedlich aussehenden Generationen pro Jahr wurde zum

„Insekt des Jahres 2023“

gewählt. Er war auch Schmetterling des Monats Mai in diesem Jahr.

Im Frühjahr sind die Schmetterlinge braunorange gefärbt. (Foto oben links)

Die Sommergeneration ist schwarzbraun mit weißen Bändern und gelblichen Flecken.

Woher kommt der Farbwechsel?:

In Laborexperimenten wurde schon vor mehr als einem halben Jahrhundert nachgewiesen, dass Raupen des Landkärtchens, die unter Langtagbedingungen – mit über 15 bis 17 Stunden Licht – heranwachsen, sich ohne Ruhephase zu Faltern der Sommerform entwickeln. Entwickeln sich die Raupen während kürzerer, weniger heller Tage, legen sie immer eine Pause ein und bilden nach der Überwinterung die Frühlingsgeneration aus.

Wachsen Raupen bei Bedingungen heran, die zwischen den beiden Formen liegen, so entwickelt sich bei ausreichend warmer Umgebung eine Frühherbstgeneration mit einem Flügelmuster, das zwischen den beiden anderen Formen liegt. Entscheidend hierfür sind Hormone aus der Gruppe der Ecdysteroide und der Zeitpunkt ihrer Wirkung in der Falterpuppe. Die Gene, die die Ausschüttung kontrollieren, werden durch die Tageslänge reguliert. Eine frühe Ausschüttung der Hormone führt zur Ausbildung der Sommer-Form.

Ab Mitte April schlüpfen die Frühjahrs-Landkärtchen und sind dann bis etwa Mitte Juni Nektar saugend zumeist an Waldrändern, in feuchten Wäldern und Auen auf Schlehen- oder Weißdornbüschen sowie auf Sternmieren, Hahnenfuß und Sumpfdotterblumen zu finden.

Die Tiere der Sommergeneration sieht man von Anfang Juli bis Ende August auf vor allem Bärenklau, Wiesenkerbel, Engelwurz, Wilder Möhre und vielen anderen weißen Doldenblütlern. Auch Ackerkratzdistel, Wasserdost und Goldrute werden besucht.

(Quelle: NABU https://www.nabu.de/tiere-und-pflanzen/insekten-und-spinnen/schmetterlinge/tagfalter/06054.html)

 

Der "Schmetterling des Monats Oktober"

Der Admiral wurde zum Schmetterling des Monats Oktober 2023 gewählt

 

 

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