Der Falter des Monats/Jahres

Schmetterling des Jahres 2022

Der Kaisermantel (hier ein weibliches Tier) (T. Laußmann)
Der Kaisermantel (hier ein weibliches Tier) (T. Laußmann)

Liebe Schmetterlingsfreundin, lieber Schmetterlingsfreund,

 

Die BUND NRW Naturschutzstiftung und die Arbeitsgemeinschaft Rheinisch-Westfälischer Lepidopterologen e.V. haben den Kaisermantel (Argynnis paphia) zum Schmetterling des Jahres 2022 gekürt. Sie weisen damit darauf hin, wie wichtig gesunde und naturnahe Wälder sind. Triste Fichtenmonokulturen sind nicht nur für den Schmetterling des Jahres ungeeignete Lebensräume. Hier stehen die Bäume häufig so eng, dass nur wenig Licht auf den Waldboden fällt und kaum Pflanzen wachsen. Der Kaisermantel ist jedoch auf Bodenbewuchs angewiesen. Für den auffälligen Falter ist naturnaher lichter Mischwald mit Veilchenvorkommen, der Raupennahrung, der ideale Lebensraum. Zudem ist er wesentlich artenreicher und auch beständiger gegen Klimaphänomene. Auf den Flächen mit abgestorbenen Fichten sollte daher künftig besser Mischwald wachsen.

 

Im Sommer bewohnt der Kaisermantel Waldränder und Lichtungen, wo er häufig an Disteln, Flockenblumen oder Skabiosen saugt. Anders als die etwas blasser gefärbten Weibchen zeigen die satt orangefarbenen Männchen breite Striche auf den Vorderflügeln, die „Duftschuppen“. Damit locken sie die Weibchen an. Diese legen nach der Paarung ihre Eier in geringer Höhe an Baumrinde ab, aber nur an Bäumen, die in der Nähe von Veilchen wachsen. Im Spätsommer schlüpfen die Raupen, fressen aber zunächst nur ihre Eihülle. Dann verbergen sie sich in Ritzen der Baumrinde, um zu überwintern. Erst im Frühjahr krabbeln die Raupen herunter auf den Waldboden und ernähren sich von den Blättern verschiedener Veilchenarten.

Weitere Informationen, Bilder und Fotos zum herunterladen zum Kaisermantel erhalten sie hier:

November 2021

Der Falter des Monats… - oder:    Ab November 2021 Winterpause?

 Ganz still und unaufhaltsam hielt inzwischen der Herbst Einzug im Land. Das Leben fährt langsam herunter, die Natur bereitet sich quasi auf den „Winterschlaf“ vor… und von den Tieren, welche fast alle die Wärme des Sommers lieben, bekommt man immer weniger zu Gesicht.

 Die meisten Tagfalter befinden sich jetzt im Raupen- oder Puppenstadium, und warten unter Laub und Streu auf die Frühlingssonne. Und der Zitronenfalter beispielsweise fährt seine Lebensfunktionen als Imago im Winter komplett herunter, kann sogar bei sehr niedrigen Minustemperaturen unter Schnee und Eis überleben und auf die genannten, besseren, Zeiten warten!

 Zu der dunklen Jahreszeit passt es in diesem Kontext recht gut, dass wir hier einmal auf die „Gegenspieler“ der wärmeliebenden Tagfalter, nämlich die Nachtfalter, eingehen können. Unter ihnen gibt es in der Tat einige Vertreter von weniger kälteempfindlichen Arten…

 „Nachtfalter“ werden (ganz grob) unterteilt in Schwärmer, Spinner, Eulen, Spanner – auch wenn nicht alle von ihnen nachtaktiv sind. Beispiel: das inzwischen weithin bekannte „Tauben­schwänz­chen“ (sozusagen unser heimischer „Kolibri“ an Nektarblüten); das zählt nämlich zu den Schwärmern.

 Geht man nun mit wachen Augen durch die Natur, z. B. bei einem Herbstspaziergang, kann man selbst im November oder Dezember den ein oder anderen Falter entdecken.

 

Ich möchte in diesem Zusammenhang namentlich erwähnen

 

-          den Haarschuppen-Zahnspinner

 

-          die Zackeneule

 

-          die Gammaeule

 

die allesamt bei uns in der Oberrhein-Ebene vorkommen (und bislang nicht auf der Roten Liste stehen).

 

Euer Joachim Eidel

Foto: © Michael Stemmer
Foto: © Michael Stemmer

 

Haarschuppen-Zahnspinner (Ahorn-Herbstspinner oder Frostspinner, Ptilophora plumigera)

Flugzeit November bis Dezember.

 

Das Männchen hat sehr lange, federartig

gekämmte Fühler und ist damit fast unverwechselbar. Vorkommen in lockeren Laub- und Misch­wäl­dern sowie in Hecken­land­schaften, Park­anlagen und Gärten. Die Raupe ernährt sich im Juni von Ahornknospen und -blättern.

 

© Michael Stern
© Michael Stern
© André Karwath
© André Karwath

 

Zacken- oder Zimteule (Scoliopteryx libatrix)

 

Fast das ganze Jahr über kommen die Schmetterlinge als Falter vor, mit jährlich meist 2 Generationen. Die Tiere sind nachtaktiv.

 

Bevorzugte Lebensräume sind Laubwälder mit Weiden- und Pappelbeständen und Gärten.

 

Die zweite Generation sucht im Spätherbst gerne Höhlen, feuchte Keller u. ä. auf, da sie eine hohe Luft­feuchtigkeit benötigen, um die Winterruhe zu überleben.

Der Falter kann durch Licht angelockt werden

 

 


© Birgitt Piepgras
© Birgitt Piepgras

 

Gammaeule (Autographa gamma)

Die Gammaeule ist ein mittelgroßer Falter mit einer Flügelspannweite von 35 bis 40 Millimeter.

 

Es handelt sich um einen klassischen Wanderfalter, der auch bei uns weit verbreitet und einer der bekanntesten Nachtfalter ist.

 

 

 

Er ist grau bis braun gefärbt und besitzt wie viele ähnliche Arten der ent­spre­chen­den Unterfamilie eine charakteristische weiße Zeichnung auf den Vorderflügeln, die dem Gamma (γ) aus dem griechischen Alphabet ähnelt und von dem sich auch der Name ableitet.

 

 

 

Die Falter bilden zwei oder mehr Generationen aus, und können je nach Witterung von Ende Februar bis Anfang Dezember in Städten, Gärten und Balkonblumen auftreten. Geschlossene Waldgebiete werden gemieden.


 

 

 

© Tina Schulz
© Tina Schulz

… und manchmal krabbelt einem im Herbst oder Winter auch eine fette Raupe über den Weg 😊

 

 

Raupe der Hausmutter (Noctua pronuba)!

 

 

 

Verwendete Quellen

 

·         Wikipedia

 

·         Lepiforum

 

·         Nachtfalter-SH

 

und hierin enthaltene weiterführende Hinweise (s. Copyrights)

 

·         Heiko Bellmann, Der Kosmos Schmetterlingsführer 3. Aufl. 2016

 


Oktober 2021

Der Hauhechel-Bläuling wurde zum Falter des Monats Oktober gewählt

 

Text: Wolfgang Düring, mit Fotos von Wolfgang Düring, Burkhard Hinnersmann, Paul Britz

 

(Letzte Aktualisierung: Jochen Eidel, 4. Oktober 2021)

 

 

 

Der BUND Rheinland-Pfalz gemeinsam mit dem BUND Mainz-Bingen, dem NABU Bingen und Umgebung, und dem NABU Rhein-Selz wählten diese kleine, aber farbschöne Bläulingsart zum Schmetterling des Monats Oktober 2021, um ihn näher kennenzulernen, auf seine Gefährdung aufmerksam zu machen sowie Möglichkeiten zum Artenschutz aufzuzeigen.

 

Kurzporträt & Verbreitung

 

 

 

Der Hauhechel-Bläuling (Polyommatus icarus) kommt noch in allen Regionen von Rheinland-Pfalz vor, und ist bei uns noch immer die häufigste der ca. 30 existierenden Bläulingsarten.

 

Der früher auch „Gemeiner Bläuling“ genannte Falter besiedelt fast jede noch so kleine, nicht zu intensiv genutzte Offenlandfläche, auf der Klee vorkommt. Da die als Raupennahrung genutzten Kleearten in fast allen Grünflächen vorkamen, und Luzerne in der traditionellen Landwirtschaft als Gründünger eingesetzt wurde, war der Falter bis Ende des letzten Jahrhunderts noch weitaus häufiger als heute.

 

 

 

Der Hauhechel-Bläuling überwintert als junge Raupe. Die ersten Falter erscheinen Anfang bis Mitte Mai, die letzte Generation fliegt bis Ende Oktober.

 

 

 

Januar

Februar

März

April

Mai

Juni

Juli

August

September

Oktober

November

Dezember

Ei

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Raupe

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Puppe

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Falter

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Januar

Februar

März

April

Mai

Juni

Juli

August

September

Oktober

November

Dezember

 

 

 

Je nach Witterungsverlauf und Region erscheinen zwei bis drei, manchmal sogar vier Generationen pro Jahr.

 

 

 

Falterbeschreibung

 

Der Hauhechel-Bläuling gehört zur Familie der Bläulinge. Die kleinen Falter haben eine Flügelspannweite von 2,5 bis 3 cm. Die Flügeloberseite der Männchen ist einfarbig blau mit weißem Saum.

 

Männchen des Hauhechel-Bläulings
Männchen des Hauhechel-Bläulings

 

Die Weibchen sind sehr variabel gefärbt. Die meisten Weibchen sind braun mit einem Band oranger Flecken am Flügelrand. Andere sind braungrau und von der Körpermitte her blau übergossen, manche sind fast gänzlich blaugrau gefärbt. Das Band mit orangen Flecken ist unterschiedlich stark ausgeprägt.

 

Leicht blau bestäubtes Weibchen des Hauhechel-Bläulings
Leicht blau bestäubtes Weibchen des Hauhechel-Bläulings

 

Die Unterseite zeigt bei beiden Geschlechtern das charakteristische Punktemuster. Beim Männchen ist die Grundfärbung blaugrau; beim Weibchen braungrau. Typisch für den Hauhechel-Bläuling sind der schwarze Wurzelfleck auf der Vorderflügelunterseite und der weiße „Wisch“ auf dem Hinterflügel, obwohl beides auch komplett fehlen kann.

 

 

 

Flügelunterseite eines Männchens des Hauhechel-Bläulings auf einer Flockenblume
Flügelunterseite eines Männchens des Hauhechel-Bläulings auf einer Flockenblume
Flügelunterseite eines Weibchens des Hauhechel-Bläulings auf Blutweiderich
Flügelunterseite eines Weibchens des Hauhechel-Bläulings auf Blutweiderich
L3 Raupe des Hauhechel-Bläulings
L3 Raupe des Hauhechel-Bläulings

 

Artenschutz / Gartengestaltung

 

 

 

Der Hauhechel-Bläuling ist aktuell auf der Roten Liste in RLP als „ungefährdet“ eingestuft. Das gleiche gilt für die deutschlandweite Rote Liste. Die Bestände haben aber in den letzten Jahrzehnten deutlich abgenommen.

 

Er steht aber, wie alle Bläulinge, unter besonderem Schutz nach der Bundes-Artenschutzverordnung.

 

Mit einer möglichst größeren Blumenwiese, die Hornklee und Luzerne, sowie weitere Kleearten enthält, kann für den Hauhechel-Bläuling auch im Garten ein geeignetes Biotop angelegt werden.

 

Ansonsten ist der Art am meisten geholfen durch eine kleinräumige extensive Landwirtschaft mit einem hohen Grünland-Anteil. Insbesondere Klee- und Luzernefelder, die streifenweise als Viehfutter nur ein bis maximal zweimal im Jahr gemäht werden, eignen sich als idealer Lebensraum für diesen schönen, aber seltener gewordenen Bläuling.

 

 

 

Weitere Infos:

 

https://www.bund-rlp.de/themen/tiere-pflanzen/schmetterlinge/artenportraets-der-tagfalter/#c3689

 

September 2021

Der Weissklee-Gelbling (Goldene Acht) wurde zum Falter des Monats September gewählt

 

 

Fotos und Text (modifiz.): Wolfgang Düring

 

Der BUND Rheinland-Pfalz gemeinsam mit dem BUND Mainz-Bingen, dem NABU Bingen und Umgebung, und dem NABU Rhein-Selz wählten diesen schönen Falter zum Schmetterling des Monats September 2021, zum einen, um auf seine Gefährdung aufmerksam zu machen, und zum anderen, um ihn kennen zu lernen und ihn von anderen gelben Faltern zu unterscheiden.

 

Kurzporträt & Verbreitung

 

 

 

Der Weißklee-Gelbling (Colias hyale), auch unter dem Namen „Goldene Acht“ bekannt, ist als wandernde, wärmeliebende Art in Rheinland-Pfalz noch in fast allen Regionen anzutreffen. In den Höhenlagen ist er seltener (in der Eifel als „gefährdet“ eingestuft).

 

Im Landkreis Mainz-Bingen und anderswo in Rheinhessen – z. B. am Rheindamm und in den Rhein- und Rheinauenwiesen von Oppenheim bis Guntersblum, und auch noch weiter südlich – ist er hingegen, vor allem im Spätsommer, nicht zu übersehen.

 

 

 

Der Falter bewohnt vor allem warme und trockene Offenland-Biotope. Der Weißklee-Gelbling überwintert als L2/L3-Raupe. Die erste Generation im Mai wird wegen der geringeren Anzahl weniger wahrgenommen. Die zweite, individuenstärkste Generation im Juli und August, sowie eine (partielle) dritte Generation im September und Oktober sind auffälliger.

 

 

 

 

Januar

Februar

März

April

Mai

Juni

Juli

August

September

Oktober

November

Dezember

Ei

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Raupe

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Puppe

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Falter

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Januar

Februar

März

April

Mai

Juni

Juli

August

September

Oktober

November

Dezember

 

 

 

Falterbeschreibung

 

 

 

Der Weißklee-Gelbling gehört (trotz seiner Grundfärbung) zur Familie der Weißlinge.

 

 

 

Die Männchen sind auf der Oberseite gelb, die Weibchen dagegen nur leicht gelblich und können deshalb vor allem im Flug von Kohlweißlingen nur schwer unterschieden werden. Die Spannweite der Flügel beträgt 3,5 bis 4,5 cm. Die Flügelunterseiten sind gelb-weiß mit einem leichten Grünstich. Die Flügelränder haben kurze rötliche Fransen. In der Mitte des Hinterflügels befindet sich das namensgebende Mal, das einer Acht ähnelt. Im äußeren Bereich der Flügelunterseiten befindet sich eine Linie aus schwarzen Flecken. Die Flügeloberseite ist nur selten zu sehen, sie ist gelblich-weiß, die Flügelspitzen sind schwarz.

 

Weißklee-Gelbling auf Luzerne
Weißklee-Gelbling auf Luzerne

 

Der Weißklee-Gelbling und der sehr ähnliche Hufeisenklee-Gelbling (Colias alfacariensis) sind als Falter vom Aussehen her nicht eindeutig zu unterscheiden. Lediglich auf Grund des Vorkommens, sowie der Zeichnung der Raupen nach der 2. Häutung (sie besitzen im Gegensatz zu C. alfacariensis eine gelbliche Seitenlinie) ist eine Unterscheidung möglich.

 

Weißklee-Gelbling Raupe L5 nach Überwinterung
Weißklee-Gelbling Raupe L5 nach Überwinterung
Goldene Acht © P. Britz
Goldene Acht © P. Britz
Zitronenfalter
Zitronenfalter

Im Vergleich zum Zitronenfalter sind die Flügel runder und haben keine Spitzen, vgl. mit linksstehendem Foto.

 


 

Artenschutz / Gartengestaltung

 

 

 

Der Weißklee-Gelbling ist seit 2013 in Rheinland-Pfalz auf der Vorwarnliste der bedrohten Arten verzeichnet. Deutschlandweit gilt die Art noch nicht als gefährdet. Nach der Bundesartenschutzverordnung ist die Art besonders geschützt.

 

 

 

Sie wurde deshalb auch schon zum Schmetterling des Jahres (2017) gewählt.

 

 

 

Durch den starken Rückgang von artenreichem Grünland ist der Weißklee-Gelbling in Rheinland-Pfalz in den letzten Jahrzehnten selten geworden. Insbesondere viele der für den Falter wichtigen Klee- und Luzernefelder sind verschwunden. Deshalb sind mehrjährige Blühstreifen, Dämme und Gewässerränder, sowie Brachen mit Kleearten und Luzerne eine Möglichkeit den Falter zu fördern. Auf Flächen, auf denen die Falter vorkommen, sollte im Spätsommer mosaikartig gemäht werden. Zur Nahrungsaufnahme werden die ungemähten Flächen mit vielen Blüten benötigt (auch Witwenblume, Disteln, Flockenblumen werden gerne aufgesucht), zur Eiablage bevorzugen die Falter frisch gemähte Flächen.

 

 

 

Die Raupen des Weißklee-Gelblings ernähren sich von Hornklee, Luzerne und anderen Kleearten.

 

 

 

Der Weißklee-Gelbling ist als reine Offenland-Art selten im Gartenbereich anzutreffen, deshalb sind hier spezielle Maßnahmen für diesen Falter nicht erforderlich.

 

 

 

Weitere Infos:

https://www.bund-rlp.de/themen/tiere-pflanzen/schmetterlinge/artenportraets-der-tagfalter/#c3611

 

 

August 2021

Der Kaisermantel wurde zum Falter des Monats August gewählt

 

Fotos und Text:  Wolfgang Düring,

Bearbeitet von Jochen Eidel, Oppenheim (E-Mail: jocheneidel@gmx.de)

 

Der BUND Rheinland-Pfalz gemeinsam mit dem BUND Mainz-Bingen, dem NABU Bingen und Umgebung, und dem NABU Rhein-Selz wählten diesen prächtigen Falter zum Schmetterling des Monats August 2021 – auch, um auf seine Gefährdung aufmerksam zu machen.

 

Kurzporträt & Verbreitung

 

Der Kaisermantel ist in fast allen waldnahen Regionen in Rheinland-Pfalz heimisch und kommt in Rheinhessen lokal u. a. am Rheindamm des Oppenheimer Wäldchens, im Ober-Olmer und im Binger Wald vor. Er lebt in lichten Wäldern, an Waldwegen, Lichtungen und Waldsäumen; aber auch halbschattige Parkanlagen und Gärten gehören zu seinem Lebensraum.

Der Kaisermantel überwintert als junge Raupe direkt nach dem Schlüpfen aus dem Ei in der Rinde von Bäumen. Von April bis Juni lebt die Raupe dann an - und ernährt sich von - Veilchen. Nach der anschließenden Verpuppung schlüpft der Falter; er ist dann von etwa Mitte Juni bis zum August / September zu beobachten. Pro Jahr gibt es nur eine Generation.

 

 

 

Falterbeschreibung

 

Der Kaisermantel (Argynnis paphia) gehört zur Familie der Edelfalter. Er gilt mit einer Flügelspannweite von 5,5 bis 6,5 cm als größter einheimischer Perlmutterfalter.

Die Flügeloberseite hat eine braun orange Grundfarbe, mit einem typischen Muster von parallel zu den Flügelrändern angeordneten schwarzen Punktreihen.

 

Die Weibchen können auch als dunkle Form (Argynnis paphia f. valesina) auftreten.

 

Frisch geschlüpftes Weibchen des Kaisermantels
Frisch geschlüpftes Weibchen des Kaisermantels
Dunkle Form eines Kaisermantel Weibchens
Dunkle Form eines Kaisermantel Weibchens


Männchen des Kaisermantels
Männchen des Kaisermantels

 

 

 

Die Männchen sind leicht durch die streifenförmig angeordneten Duftschuppen auf der Vorderflügeloberseite zu erkennen.

Sie kommen nur in der rotbraunen Form vor.

Unterseite eines frisch geschlüpften Weibchens des Kaisermantels
Unterseite eines frisch geschlüpften Weibchens des Kaisermantels

 

 

Die Grundfarbe der Flügelunterseite ist grüngrau mit silbernen Streifen.

Deshalb wurde der Falter früher auch als Silberstrich bezeichnet. Beim Männchen zeigt sich manchmal zusätzlich noch ein bunter Regenbogen-Schimmer

 

Gefährdung, Artenschutz und förderliche Gartengestaltung

Veilchen im Garten-Nahrung für die Raupe des Kaisermantels
Veilchen im Garten-Nahrung für die Raupe des Kaisermantels

Der Kaisermantel ist aktuell weder in Rheinland-Pfalz noch in Deutschland insgesamt als gefährdet eingestuft. Er steht aber unter besonderem Schutz nach dem BundesNaturschutzgesetz.

Im naturnahen Garten können gute Veilchenbestände am Fuß von Bäumen mit strukturreichen Rinden dem Falter eine Eiablagemöglichkeit und ein Raupenhabitat bieten. Selbst trockene innere Zweige von Thuja und Zypressen werden zur Eiablage genutzt.

 

Sonnig oder im Halbschatten stehende Wasserdost-Bestände, aber auch Baldrian und Schmetterlingsflieder, ziehen die Falter magisch an.

In Laubwäldern sollten breite blütenreiche Wege und Waldränder erhalten bleiben. Das Abmähen von Wasserdost und Disteln an Waldwegen sollte erst nach dessen Blüte im Herbst durchgeführt werden.

 

Weitere Infos:

 

https://www.bund-rlp.de/themen/tiere-pflanzen/schmetterlinge/artenportraets-der-tagfalter/#c3692


Juli 2021

Der Dunkle Wiesenknopf-Ameisenbläuling wurde zum Falter des Monats Juii gewählt.

 

Autor: Wolfgang Düring, Bingen, mit lokalem Input von Jochen Eidel, Oppenheim (E-Mail: jocheneidel@gmx.de)

 

 

Kurzporträt & Verbreitung

 

Dieser schöne Falter aus der Familie der Bläulinge hat als Jungraupe im Ameisennest überwintert, verpuppt sich im Juni und schlüpft im Juli. Er kann von aufmerksamen Naturbeobachtern auf feuchten, ungemähten Wiesen mit dem Großen Wiesenknopf beobachtet werden. Er fliegt auch Böschungen von Gräben oder auf Dämmen und Deichen von Flüssen. Mit etwas Glück kann man den Falter auf dem Großen Wiesenknopf beim Saugen oder bei der Eiablage beobachten.

 

Es werden extensiv bewirtschaftete oft feuchte, ein- oder zweischürige Wiesen mit guten Vorkommen des Großen Wiesenknopfes besiedelt. Diese Pflanze ist als Futterpflanze der Raupen und als Nektarpflanze für die Falter unersetzlich = essenziell. Die Art überwintert als Jungraupe in den Nestern der Wirtsameisen, in der Regel die Rote Knotenameise (Myrmica rubra). Die Raupen leben zunächst in den Blütenköpfen des Großen Wiesenknopfes. Sie lassen sich nach der zweiten Häutung zu Boden fallen und in die Nester der Ameisen tragen. Vor und nach der Überwinterung entwickeln sie sich in den Ameisennestern von der Brut der Wirte bis zur Verpuppung.

 

 

 

 

Januar

Februar

März

April

Mai

Juni

Juli

August

September

Oktober

November

Dezember

Ei

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Raupe

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Puppe

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Falter

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Januar

Februar

März

April

Mai

Juni

Juli

August

September

Oktober

November

Dezember

 

 

Nach dem Schlüpfen der Falter verlassen sie schnellstmöglich das Ameisennest. Sie fliegen in einer Generation ab Anfang Juli. Die Eiablage erfolgt nur in kurz zuvor aufgeblühte Wiesenknöpfe. Die Flugzeit endet bereits Mitte August.

 

 

Falterbeschreibung

 

Der Dunkle Wiesenknopf-Ameisenbläuling gehört zur Familie der Bläulinge. Seine Flügelspannweite beträgt 28 bis 33 mm (Bellmann, 2016), er zählt damit zu den kleineren Faltern. Die Flügeloberseite ist beim Männchen dunkelblau mit grauschwarzem Rand und schwarzen Flecken auf den Vorderflügeln. Die Weibchen sind dunkelbraun. Die Unterseite beider Geschlechter ist braun mit schwarzen, hell umrandeten Punkten.

 

 

Gefährdung & Artenschutz

 

Der Dunkle Wiesenknopf-Ameisenbläuling kommt nur noch in wenigen Stellen in Rheinland-Pfalz vor. In Rheinhessen, im Binger Wald, im Soonwald und im Hunsrück gibt es jeweils noch eng begrenzte Restpopulationen. Im Landkreis Mainz-Bingen kam der Dunkle Wiesenknopf-Ameisenbläuling im vergangenen Jahr noch bei Guntersblum vor. Es ist bislang nicht klar, ob er insbesondere die ungünstigen Witterungsverhältnisse im letzten Winter überstanden hat.

 

Ein Projekt, das dazu dienen soll, die Art mittelfristig auch bei Dienheim anzusiedeln, wurde im Herbst 2020 gestartet, s. dazu die entsprechenden Artikel im “Steinkauz 2021“ auf den Seiten 30 ff und 53.

 

Der Dunkle Wiesenknopf-Ameisenbläuling ist auf der Roten Liste in RLP als „Gefährdet“ eingestuft und auf der Vorwarnliste für Deutschland eingetragen. Die Art ist als „FFH-Art“ europaweit geschützt und steht unter „Strengem Schutz“ nach dem Bundesnaturschutzgesetz.

 

Aufgrund der in der intensiven Landwirtschaft üblichen Mahd der Wiesen im Sommer, zur Zeit der Eiablage bzw. der Entwicklung der Raupe in der Blüte des Großen Wiesenknopfes, ist der Falter heute auf vielen Flächen verschwunden, auf denen er früher häufig war.

 

Die Böschungen an Gräben können, wenn sie zwischen dem 10. Juni und Mitte September nicht gemäht werden, als Lebensraum für den Bläuling geeignet sein.

 

Die wenigen noch vorhandenen Habitate der Falter müssen unbedingt geschützt werden. Dazu darf nur eine frühe Mahd vor dem 10. Juni erfolgen. Auch eine zweite Mahd ab Mitte September ist unproblematisch. Im Auenbereich dürfen die Wiesen nicht überschwemmt werden.

 

Daher ist sehr zu hoffen, dass die derzeitigen Bestände erhalten bleiben – noch besser: sich langsam wieder erholen!

 

 

 


Juni 2021

Der Schachbrettfalter wurde zum Falter des Monats Juni gewählt.

 

Autor: Wolfgang Düring, unter Mitwirkung von Jochen Eidel, Oppenheim (E-Mail: jocheneidel@gmx.de)

 

Der Schachbrettfalter (kurz „Schachbrett“ oder „Damenbrett“) hat seinen Namen von der auffälligen Musterung vor allem seiner Oberseite, weshalb er nicht nur von Insidern gut erkannt und von anderen Schmetterlingen unterschieden werden kann.

 

 

Kurzporträt & Verbreitung

 

Der Schachbrettfalter kommt im Landkreis Mainz-Bingen und anderen Gebieten in Rheinhessen, sowie in fast allen Regionen in Rheinland-Pfalz vor. Man kann ihm zur Flugzeit z. B. am örtlichen Rheindamm beim Saugen an Skabiosen, Flockenblumen oder anderen - vor allem violett blühenden - Nektarpflanzen begegnen. Darüber hinaus werden als Lebensraum magere und trockene, einschürige Wiesen bevorzugt, aber auch kleinere Flächen mit Altgrasbeständen, in die das Weibchen nach der Befruchtung die Eier fallen lässt.

Die Jungraupe überwintert ohne Nahrungsaufnahme in der Bodenstreu und ernährt sich nach der Überwinterung bis zur Verpuppung ausschließlich von grasartigen Pflanzen.

Die Falter fliegen in einer Generation etwa ab Mitte Juni. Ihre Flugzeit endet bereits Ende Juli.

Die Eiablage erfolgt nur auf ungemähten Wiesen.

 

 

 

 

Falterbeschreibung

 

 

Der Schachbrettfalter gehört zur Familie der Edelfalter, Unterfamilie Augenfalter.

Seine Flügelspannweite beträgt 37 bis 52 mm. Er zählt damit zu den mittelgroßen Faltern. Die Flügeloberseite ist beim Männchen gekennzeichnet durch das namensgebende Muster aus schwarzen und weißen Flächen.

Die Unterseite ist heller mit einem durch schwarze Linien begrenztem Muster aus weißen, hellgrauen und grauen Flächen. Bei den Weibchen sind die Flächen auf der Oberseite dunkelgrau-braun. Die Linien auf den Flügelunterseiten sind braun, die Flächen der Hinterflügel sind beige und braun.

 

 

 

 

Gefährdung & Artenschutz

 

 

Der Schachbrettfalter ist aktuell (noch) nicht auf der Roten Liste in RLP und auch nicht auf der für Deutschland insgesamt als gefährdet eingestuft.

Aufgrund der frühen Mahd in der intensiven Landwirtschaft ist der Schachbrettfalter heute aber auf vielen Flächen verschwunden, auf denen er früher häufig war.

Randstreifen an Bahndämmen, an Feldwegen oder Gräben können, wenn sie erst ab Anfang August gemäht werden, als Lebensraum für den Schachbrettfalter geeignet sein. Auch eine nährstoffarme und trockene größere Wiese ab 200 qm im Garten mit Gräsern und Flockenblumen, kann als Biotop für diese schöne Art geeignet sein.

 

Weitere Infos:

 

https://www.bund-rlp.de/themen/tiere-pflanzen/schmetterlinge/artenportraets-der-tagfalter/#c3707

 

 

 

Download
2021-06- Schmetterling des Monats
Schachbrettfalter
2021-06- Schmetterling des Monats.pdf
Adobe Acrobat Dokument 416.1 KB

Mai 2021

Der Schwalbenschwanz wurde zum Falter des Monats Mai gewählt.

Schwalbenschwanz (Papilio machaon) auf Sommerflieder (Foto: P. Britz)
Schwalbenschwanz (Papilio machaon) auf Sommerflieder (Foto: P. Britz)

 

Der BUND Rheinland-Pfalz gemeinsam mit dem BUND Mainz-Bingen, dem NABU Bingen und dem NABU Rhein-Selz stellt hier – nach dem Schmetterling des Monats April (dem Grünen Zipfelfalter) – zum zweiten Mal den Schmetterling des Monats vor.

 

Dieser wunderschöne und einzigartige Falter wurde auch deshalb gewählt, um auf seine Gefährdung aufmerksam zu machen.

 

Der Schwalbenschwanz

 

Autor: Wolfgang Düring, Bingen, unter Mitwirkung von Jochen Eidel, Oppenheim (E-Mail: jocheneidel@gmx.de)

 

Der wunderschöne Tagfalter aus der Familie der Ritterfalter hat als Puppe überwintert und schlüpft Ende April / Anfang Mai. Er ist jetzt von aufmerksamen Naturbeobachtern in naturnahen offenen Biotopen und beim Hilltopping auf Bergkuppen wie z. B. am Scharlachkopf in Bingen, am Wartturm in Nierstein, im „Paradies“ Oppenheim, sowie einer Reihe weiterer Stellen in unserem Landkreis Mainz-Bingen zu beobachten. Mit etwas Glück kann man im Sommer die Raupen an Möhren im Garten finden.

 

Kurzporträt & Verbreitung

 

Der Schwalbenschwanz kommt noch in fast allen Regionen von Rheinland-Pfalz vor. In den kühleren Regionen von Hunsrück, Soonwald, Eifel und Westerwald ist er seltener zu beobachten. In Rheinhessen und der Pfalz ist er dagegen regelmäßig anzutreffen.

 

Als Kulturfolger ist er eine Art, die in fast allen warmen Offenlandbiotopen (Äcker, Wiesen, Brachen, Gärten) vorkommt. Er überwintert als Puppe und erscheint ab Mitte April. So wurde ein Schwalbenschwanz-Pärchen am 30. April 2019 am Niersteiner Wartturm beim „Liebe machen ertappt“, s. Video auf YouTube: https://www.youtube.com/watch?v=CpqP1JwXxhM

 

Der Schwalbenschwanz lebt in zwei Generationen, selten erscheint auch eine partielle dritte Generation. Die Flugzeit endet Ende August.  

 

Falterbeschreibung

 

Der Schwalbenschwanz gehört zur Familie der Ritterfalter.

 

Die Grundfarbe ist weißgelb mit einem Muster aus schwarzgrauen Flecken. An den Rändern der Hinterflügel befinden sich eine Reihe blauer und zwei rote Punkte, sowie die schwalbenähnlichen Schwanzfortsätze.

 

 

 

Januar

Februar

März

April

Mai

Juni

Juli

August

September

Oktober

November

Dezember

Ei

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Raupe